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Markige Worte beim BVB

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Viel Druck muss Borussia Dortmund um Jude Bellingham (r.) heute bei den Glasgow Rangers mit Glen Kamara (M.) und John Lundstram machen, um den 2:4-Rückstand aus dem Playoff-Hinspiel aufzuholen. © IMAGO

Mit frischem Selbstver- trauen motiviert sich Borussia Dortmund in Glasgow für ein kleines Europa-League-Wunder ohne Erling Haaland. Auch Leipzig benötigt heute in Spanien dringend einen Sieg.

Ohne ihren Superstar Erling Haaland müssen die Profis von Borussia Dortmund in Glasgow das kleine Europa-League-Wunder vollbringen, bei RB Leipzig wartet auf Trainer Domenico Tedesco vor einem möglichen Wiedersehen mit seinem Ex-Klub das Alles-oder-nichts-Spiel bei Real Sociedad San Sebastian. Ein Sieg ist für beide Fußball-Bundesligisten Pflicht - für den BVB sogar ein hoher.

Auf Haaland kann der DFB-Pokalsieger nicht bauen. Der Norweger quälte sich, er kämpfte, mit wehendem Haar schob er sogar eine Torschuss-Sonderschicht nach dem Training. Doch als Marco Reus, Mats Hummels und die anderen Teamkollegen am Mittwoch an Bord der Sondermaschine gingen, da fehlte vom Ausnahmestürmer jede Spur.

Nach der Hinspiel-Blamage in den Playoffs gegen die Rangers ist die Ansage von oben so oder so knallhart: »Wenn die Mannschaft Eier hat, dreht sie das«, sagte Sportdirektor Michael Zorc im Stile Oliver Kahns. Auf der spektakulären BVB-Achterbahnfahrt durchs Fußball-Jahr geht die nächste Runde am heutigen Donnerstag (21 Uhr/RTL) durch den ausverkauften Hexenkessel Ibrox Stadium. »Wir müssen die Scheiße auslöffeln«, sagte Julian Brandt nach dem 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach mit frischem Selbstvertrauen. Kapitän Marco Reus erklärte die Aufholjagd nach dem ernüchternden 2:4 vor einer Woche zum Endspiel: »Uns erwartet ein Kampf - wir werden bereit sein.« Alles andere wäre mit dem Selbstverständnis des BVB auch nicht zu vereinbaren. Nach dem für Prestige und Portmonaie schlimmen Champions-League-Aus hatte Hans-Joachim Watzke tönend zur Titeljagd geblasen, nun droht das schmähliche Aus vor dem Achtelfinale.

Auf der Suche nach der fehlenden Konstanz war der Kantersieg gegen Gladbach als erste Reaktion eine Zwischenstation. »Wir haben Spiele, wo wir uns alle ganz doll an den Kopf fassen«, sagte Brandt - zu viele. Er habe aber »die Hoffnung noch nicht aufgegeben, und das sollte jeder andere auch nicht tun. Wir sind in der Lage, viele Tore zu schießen und auch zu null zu spielen.« Gegen Gladbach gelang dies mit etwas Glück und einer famosen Leistung von Torhüter Gregor Kobel. Verletzungssorgen erschweren die Abwehrarbeit zusätzlich: Die Innenverteidiger Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou sind auch zu Hause geblieben, Mats Hummels und Marin Pongracic müssen es richten. »Zwei Tore vor 50 000 Zuschauern aufzuholen, ist eine schwierige Aufgabe. Aber wir werden versuchen, die Chance wahrzunehmen, die wir noch haben«, sagte Trainer Marco Rose. Dem BVB könnte auch helfen, dass die Auswärtstorregel abgeschafft wurde,

RB wieder mit Angelino

Diese Chance will auch Leipzig nach dem 2:2 im Hinspiel gegen Real Sociedad San Sebastian nutzen. Für Tedesco könnte ein Weiterkommen auch ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Spartak Moskau bedeuten, die bereits für das Achtelfinale qualifiziert sind. Die angespannte Situation in Russland ließ für Tedesco sogar kurz die entscheidende Partie in Spanien (18.45 Uhr/RTL+) in den Hintergrund rücken. »Ich hoffe, dass eine friedliche Lösung dabei herauskommt«, sagte der RB-Coach vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts.

Doch Tedesco lenkte seine Gedanken schnell auf die knifflige Aufgabe. »Es ist ein K.-o.-Spiel und K.-o.-Spiele müssen auch so angegangen werden«, betonte Tedesco, der dabei wohl auch wieder auf Flügelspieler Angelino zurückgreifen kann.

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