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Matchwinner Heuer Fernandes

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HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes, der zwei Elfmeter abwehrt, lässt seiner Freude nach dem Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals freien Lauf. © IMAGO

(sid). Vizemeister RB Leipzig marschiert im DFB-Pokal mit der unverhofften Favoritenrolle entschlossen seinem ersten Titel entgegen. Durch den souveränen 4:0 (2:0)-Pflichtsieg im Viertelfinale bei Zweitligist Hannover 96 sind die nach dem Aus für Meister Bayern München und Cupverteidiger Borussia Dortmund hochgewetteten Sachsen zumindest nur noch einen Schritt von der erneuten Teilnahme am Endspiel in Berlin entfernt.

Auch Altmeister Hamburger SV darf nach dem 3:2-Sieg im Elfmeter-Krimi des Zweitliga-Duells mit dem Karlsruher SC (2:2 n.V.) weiter vom ersten Titel seit 35 Jahren träumen.

In Hannover sorgte Leipzigs Torjäger Christopher Nkunku vor 25 000 Zuschauern bereits in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse zugunsten der lockeren und manchmal sogar lässigen Gäste. Der Franzose, der in der Liga schon 14 Treffer erzielt hat, war in der 17. Minute aus zentraler Position und nur fünf Minuten später auch aus spitzem Winkel erfolgreich. Für die weiteren Tore sorgten Konrad Laimer (67.) mit einem Flachschuss sowie Andre Silva (73.).

Hamburgs Held im Elfmeterschießen war Torwart Daniel Heuer Fernandes mit drei Paraden. Den entscheidenden Treffer der Hanseaten hatte vor dem letzten KSC-Fehlschuss der gleichfalls herausragende Robert Glatzel erzielt. Denn der Torjäger hatte die Rothosen mit einem Doppelpack (52. und 90.+1) in die Verlängerung gerettet, nachdem die Badener durch Philip Heise (40.) und Philipp Hofmann (50.) auf Kurs in Richtung Halbfinale schienen.

Leipzig ging nach drei Bundesliga-Siegen hintereinander von der ersten Minute an hochkonzentriert zu Werke. Dass Trainer Domenico Tedesco sieben neue Spieler in die Startformation hineinrotiert hatte, tat dem Spielfluss beim Vorjahresfinalisten keinen Abbruch. Der Zweitliga-Zwölfte Hannover, der ohne Gegentor die Runde erreicht hatte und im Achtelfinale für den Leipziger Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach Endstation gewesen war, hatte insbesondere bis zum Seitenwechsel absolut nichts zu bestellen. Ohne gelegentliche Rückpässe seiner Mitspieler hätte RB-Torhüter Peter Gulacsi kaum einen Ballkontakt gehabt. 96-Stürmer Maximilian Beier, schon viermal erfolgreich im laufenden Wettbewerb, war in der Offensive völlig auf sich allein gestellt. Es dauerte bis zur 50. Minute, ehe sich der Pokalsieger von 1992 seinen ersten Eckball erkämpfen konnten.

Auch wenn die Platzherren nach der Pause in der Offensive etwas geordneter agierten, sorgte Hannover kaum für Torgefahr. Dabei zogen sich die Gäste ein wenig zurück und setzten mehr als im ersten Durchgang auf Konter. Dennoch behielten Tedescos Spieler die Kontrolle und blieben weitgehend dominant.

Hamburg spielte vor ebenfalls 25 000 Besuchern im Volkspark zwar aggressiv nach vorne, doch Ungenauigkeiten oder die gut organisierte KSC-Defensive verhinderten zunächst Chancen. Der HSV hatte zwar mehr vom Spiel, doch die Gäste stellten sich immer besser auf die Kombinationen ein - und wurden ihrerseits mit zunehmender Spieldauer mutiger. Die Führung war alles andere als unverdient. Richtig wild wurde es nach Wiederanpfiff. Nach Glatzels Anschlusstor vergab der Gießener Sonny Kittel bei einem umstrittenen Strafstoß nach Videobeweis (72.) die bis zu diesem Zeitpunkt beste HSV-Chance zum Ausgleich.

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