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Medaillen bleiben das Ziel

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Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm hat mit dem deutschen Team noch viel vor. © IMAGO

Toni Söderholm hat das frühe Olympia-Aus hart aufgearbeitet und mit seiner langfristigen Vertragsverlängerung ein Zeichen gesetzt. Der Fokus liegt nun voll auf der Eishockey-WM im Mai und der Rückkehr in die Erfolgsspur.

Die Lehren aus der herben Olympia-Enttäuschung sind gezogen, die Weichen für die Zukunft mit der Vertragsverlängerung seit Mittwoch langfristig gestellt, nun hat der international begehrte Toni Söderholm seine Sinne ganz für die WM im Mai in Finnland geschärft. In seinem Heimatland will er den schmerzhaften Rückschlag von Peking, wo der Olympia-Zweite von 2018 das Viertelfinale verpasst hatte, vergessen machen und direkt wieder an seine zuvor äußerst erfolgreiche Anfangszeit mit der DEB-Auswahl anknüpfen.

»Jedem Spieler muss bewusst sein, wie hart wir arbeiten müssen. Ich will, dass wir die Platzierung aus dem letzten Turnier verbessern. Wir müssen beweisen, dass wir besser sind«, forderte der Eishockey-Bundestrainer, der bei seiner ersten WM 2019 nach starker Vorrunde auf Anhieb das Viertelfinale erreichte und zwei Jahre später gar ins Halbfinale stürmte, am Freitag.

Der 43-Jährige, der erst am Mittwoch seinen Vertrag als Bundestrainer bis 2026 verlängert hatte, hat bewegende Wochen hinter sich. Vor allem das frühe Aus in Peking hatte zunächst Spuren hinterlassen. »Das Bild von mir im Spiegel danach hat nicht ganz so gut ausgeschaut. Olympia hat Energie und Zeit gekostet«, gab der Finne zu. Deshalb sei die Aufarbeitung nach den Olympischen Spielen auch »hart« ausgefallen.

»Nach der Ankunft aus Peking haben wir direkt am nächsten Tag die Analyse angefangen. Klar ist, das keiner megahappy zurückgekommen ist«, sagte Söderholm und forderte im nächsten Atemzug: »Wir haben jetzt eine Erfahrung aus den Olympischen Spielen. Wir müssen zeigen, dass wir zurückkommen können.« Stück für Stück müsse man deshalb nun die WM im Mai angehen und die gemachten Erfahrungen mitnehmen. »Wir müssen unser Selbstvertrauen stärker machen«, sagte Söderholm.

Auch Sportdirektor Christian Künast nahm zwei Monate nach den Winterspielen und knapp einen Monat vor Beginn der WM kein Blatt vor den Mund und pflichtete Söderholm bei. Die Analyse sei »hart und intensiv« gewesen. Künast bemängelte kleine Fehler in der Orga. »Wir waren zu deutsch in der Vorbereitung«, kritisierte der 51-Jährige und gab klare Zielsetzungen für die Zukunft aus: »Wir wollen, dass Deutschland eine Nation sein wird, die um Medaillen mitspielen will und immer um Medaillen mitspielen kann.«

Söderholm sah und sieht im Gegenzug das große Entwicklungspotenzial in der Mannschaft als einen der Hauptgründe für seine langfristige Verlängerung. »Seit Januar 2019 war es eine sehr bereichernde Zeit, man hat sehr viel erlebt, viele tolle Spieler gehabt. Das war das Entscheidende. Es gibt vieles, was wir erreichen können und wollen«, sagte Söderholm. Auch bei der WM im Mai in Helsinki. Dabei rechnet er auch mit Verstärkung aus der besten Liga der Welt. »Es sieht gut aus. Ich gehe davon aus, dass einige Spieler dabei sind«, sagte Söderholm, der auf die nicht in den Playoffs gebundenen Profis zurückgreifen könnte. Zuletzt hatten etwa schon die NHL-Top-Profis Philipp Grubauer (Seattle/Tor) und Moritz Seider (Detroit/Verteidigung) angekündigt, bei der WM spielen zu wollen.

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