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Müller setzt auf Bayern-Reaktion

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Bayern-Antreiber Thomas Müller fordert nach dem 2:4 in Bochum eine Reaktion bei RB Salzburg. © IMAGO

Ausscheiden verboten! Bayern München steht im Achtelfinale gegen Außenseiter RB Salzburg unter Zugzwang. Ein früher K. o. in der Champions League wie bereits im DFB-Pokal wäre fatal.

Für RB Salzburg ist es das größte Spiel der Klubgeschichte - für Bayern München eine gefährliche Pflichtaufgabe mit großem Pleite-Potenzial: Der ambitionierte deutsche Rekordmeister steht im Kampf um Europas Fußball-Thron im Achtelfinale der Champions League gegen den frechen Underdog aus Österreich massiv unter Druck.

Nach dem peinlichen 2:4 in Bochum herrscht bei den angeschlagenen Bayern ohnehin schon (Abwehr-)Alarm. Ein erneuter Ausrutscher im Hinspiel am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) würde die angespannte Lage noch einmal verschärfen.

Vorstandsboss Oliver Kahn übte bereits heftige Kritik an der Defensive - und auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß sieht Defizite. »Ich habe gehört, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut ist - vielleicht zu gut, es gibt zu wenig Reibung«, sagte Hoeneß bei ServusTV und erwartet eine deutliche Steigerung. Routinier Thomas Müller versprach am Dienstag umgehend Besserung.

»Wenn wir so verlieren, kriegt das Selbstverständnis einen kleinen Kratzer, aber es wird auch die Ehre gekitzelt. Wir sind absolut heiß«, sagte Müller - und unterstrich noch einmal ausdrücklich die großen Ambitionen der Bayern. »Es beginnt der Startschuss für die Phase, die extrem wichtig ist. Es geht gegen die Besten, und du willst zu den Besten in Europa dazugehören.«

Für ihn fühle es sich »so an«, betonte Müller unlängst, »als ob die Champions League in diesem Jahr ein großes Ding für uns werden kann«. Mit einem kurzen Zwischenstopp im 137 km entfernten Salzburg, wohin sich der Rekordmeister am Dienstagnachmittag mit dem Bus aufmachte.

Die Schmach von Bochum war da intern bereits aufgearbeitet. Und Müller machte bei allen Problemen und aller Kritik an der Abwehr deutlich, »dass wir zusammenstehen«.

Auch Trainer Julian Nagelsmann beschwor die Geschlossenheit, war sich aber bewusst, »dass wir einige Dinge verbessern müssen«. Der FC Bayern müsse, so Müllers Ansatz, in den Spielen, »wenn es um die Wurst geht«, wieder dahin kommen, »dass wir nicht den Druck von außen brauchen, um uns zu quälen«.

Druck haben die Bayern auch diesmal genug. Ein Aus gegen Salzburg käme einer Sensation gleich und wäre nach dem frühen DFB-Pokal-Aus in Nagelsmanns Premieren-Saison fatal. Und RB, das erstmals die K.-o.-Phase der Königsklasse erreicht hat, sieht durchaus eine Chance gegen den großen Nachbarn. »Wir machen uns keinen Druck, den Druck hat Bayern. Wir sind motiviert und haben Lust. Wir können Bayern das Leben schwer machen«, sagte der deutsche Nationalspieler Karim Adeyemi selbstbewusst.

Der deutsche RB-Coach Matthias Jaissle forderte seine Profis auf, »einfach Spaß« zu haben, »durch den Einzug ins Achtelfinale haben wir schon etwas Historisches erreicht«.

Dass es nun auch noch gegen den FC Bayern geht? »Es gibt fast nichts Größeres für Salzburg. Das werden richtige Fußball-Spektakel«, sagte Sportdirektor Christoph Freund. Nur eines hatte sich Freund nicht gewünscht: »In der Vergangenheit haben die Bayern, wenn sie verloren haben, eine richtige Reaktion gezeigt. Sie haben nur sehr, sehr selten zweimal hintereinander verloren.«

Die voraussichtlichen Aufstellungen: Salzburg: Köhn - Kristensen, Solet, Wöber, Ulmer - Capaldo, Camara, Seiwald - Aaronson - Adeyemi, Okafor. - Trainer: Jaissle. - München: Ulreich - Pavard, Süle, Hernandez - Kimmich, Tolisso - Gnabry, Müller, Sane, Coman - Lewandowski. - Trainer: Nagelsmann. - SR: Michael Oliver (England).

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