1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Noch viel Luft nach oben

Erstellt: Aktualisiert:

imago1011287013h_150422_4c
Bundestrainer Alfred Gislason erwartet von seinem Team eine deutliche Leistungssteigerung. Der angeschlagene Juri Knorr kann heute wohl mitwirken. © IMAGO

Zweifel an der WM- Teilnahme gibt es kaum noch, doch Handball- Bundestrainer Alfred Gislason fordert von seinen Stars im Rückspiel auf den Färöer einen weiteren Sieg - und eine deutliche Leistungssteigerung.

Kurz vor dem außergewöhnlichen Trip in den Nordatlantik kamen bei Alfred Gislason alte Erinnerungen hoch. »Wir hingen auf der Insel fest und haben mit TUSEM Essen drei Tage lang gefeiert«, erzählte der Bundestrainer der deutschen Handballer: »Wir haben Spaß gehabt.«

Gislason versank für einen Moment in Gedanken an sein Europacup-Abenteuer als Spieler in den 1980er Jahren, als er mit seinem Team wegen Nebels tagelang auf den Färöer festgesessen hatte. Gislason lachte schallend - dann schob der Isländer die Erinnerungen beiseite. Ja, es sei »richtig schön« auf der Insel, aber »uns erwartet dort ein heißer Tanz«.

Mit dem Charterflug am Freitag aus dem dänischen Billund begann für das DHB-Team der letzte Akt der Mission WM-Qualifikation. Nach dem glanzlosen 34:26-Erfolg in Kiel formulierte Gislason für das Rückspiel am Samstag (20 Uhr/zdf.de) in Torshavn zwei klare Ziele: »Wir fahren dahin mit der Vorgabe, zu gewinnen und besser zu spielen als im Hinspiel.« Vor allem in der ungewöhnlich löchrigen Abwehr erwartet der erfahrene Coach von seinen Stars eine deutliche Steigerung.

Auch wenn an der WM-Teilnahme kaum mehr Zweifel bestehen, warnt Gislason davor, die Tour auf die nur rund 50 000 Einwohner zählende Inselgruppe auf die leichte Schulter zu nehmen. Sein Team müsse »richtig Gas geben. Wir dürfen keinen unterschätzen und denken: ›Wir sind schon durch.‹ Das sind wir nicht.«

Färöer-Trainer Peter Bredsdorff-Larsen versprach der DHB-Auswahl um Kapitän Johannes Golla jedenfalls erbitterte Gegenwehr. »Es wird windig sein, auch auf dem Platz.« Aufhorchen ließ sein Team vor ziemlich genau einem Jahr, als der spätere Endrunden-Teilnehmer Tschechien in der EM-Qualifikation vor heimischem Publikum 27:26 besiegt wurde.

Gislason erwartet am Samstag eine mit 1800 Zuschauern ausverkaufte »kleine Halle. Da wird eine Riesenstimmung sein«. Sein Matchplan? »Wir müssen gut ins Spiel reinkommen, um nichts anbrennen zu lassen.« Anführer Golla denkt schon einen Schritt weiter. Schließlich wird die Partie gegen den krassen Außenseiter für die DHB-Auswahl das letzte Pflichtspiel vor der WM im Januar 2023 in Polen und Schweden sein. »Wir wollen uns mit dem Spiel für die Zukunft verbessern«, sagte der Kreisläufer. Zudem sei die nächste Nationalmannschafts-Maßnahme erst im Herbst. »Das heißt, dass das Spiel auch ein bisschen wegweisend sein wird, mit welchem Gefühl wir in die lange Pause gehen.«

Bei Gislasons Sorgenkindern, den angeschlagenen Rückraumspielern Kai Häfner (umgeknickt) und Juri Knorr (Pferdekuss), gab es vor dem Abflug vorsichtig Entwarnung. Beide konnten die Reise auf die Färöer antreten.

Auch interessant