1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Norwegen siegt gegen Polen

Erstellt: Aktualisiert:

imago1009269267h_210122_4c
EM-Rückschlag für die deutsche Handball-Nationalmannschaft - Johannes Bitter holt bei der 23:29-Hauptrunden-Niederlage gegen Spanien den Ball aus dem Tor. © IMAGO

Die deutschen Handballer haben ihr erstes Haupt- rundenspiel bei der EM verloren. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Titelverteidiger Spanien mit 23:29. Schon am heutigen Freitag wartet Norwegen.

(sid). Norwegens Handballer haben einen Tag vor dem EM-Duell mit Deutschland einen Kantersieg gefeiert. Die Skandinavier deklassierten zum Hauptrunden-Start die polnische Auswahl mit 42:31 (21:15). Auch Vizeweltmeister Schweden feierte am Donnerstag beim 29:23 (16:13) gegen Russland einen ungefährdeten Erfolg.

In der Hauptrundengruppe 2 haben somit nun vier Teams 2:2 Punkte auf dem Konto: Deutschland, Schweden, Norwegen und Russland. Spanien führt das Klassement nach dem 29:23 gegen die DHB-Auswahl an (4:0), Polen ist Schlusslicht (0:4).

Bester schwedischer Werfer vor 1667 Zuschauern in Bratislava war Hampus Wanne. Der Linksaußen der SG Flensburg/Handewitt versenkte neun seiner zehn Versuche. Bei Norwegen ragten Sagosen (9 Tore) und Sebastian Barthold (10) heraus.

In der parallel in Budapest ausgespielten Hauptrundengruppe 1 musste Mitfavorit Kroatien eine überraschend deutliche Niederlage einstecken. Das von etlichen coronabedingten Ausfällen dezimierte Team unterlag Montenegro mit 26:32 (9:15) und hat mit 0:4 Punkten nur noch geringe Chancen auf das Halbfinale. Weltmeister Dänemark wahrte beim 28:24 (17:14) gegen Island ebenso seine weiße Weste wie Olympiasieger Frankreich beim 34:24 (15:12) gegen die Niederlande. Beide haben mit 4:0 Punkten gute Halbfinalchancen. Für die Medaillenspiele qualifizieren sich jeweils die beiden erstplatzierten Teams beider Gruppen.

Nach fünf positiven Corona-Fällen im Team hat indes der isländische Handballverband scharfe Kritik an den Organisatoren der EM geübt. »In der Gruppenphase gab es eine Menge anderer Gäste im Hotel, die ohne Masken überall herumliefen. Im Restaurant, in der Bar, in allen Aufzügen und anderswo saßen Gäste auf unserer Etage. Es gibt also viele mögliche Infektionswege«, klagte Verbandschef Róbert Geir Gíslason. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits ein Trio positiv getestet worden war, erwischte es nun auch noch Islands Superstar Aron Palmarsson und Rückraum-Ass Bjarki Mar Elisson vom Bundesligisten TBV Lemgo Lippe.

Gruppe 1

Donnerstag

Frankreich - Niederlande 34:24

Montenegro - Kroatien 32:26

Dänemark - Island 28:24

Samstag

Frankreich - Island

Dänemark - Kroatien

Montenegro - Niederlande

24. Januar

Dänemark - Niederlande

Montenegro - Frankreich

Island - Kroatien

26. Januar

Dänemark - Frankreich

Montenegro - Island

Niederlande - Kroatien

1. Frankreicht 2 61:46 4:0

2. Dänemark 2 58:45 4:0

3. Montenegro 2 53:56 2:2

3. Island 2 53:56 2:2

5. Niederlande 2 52:63 0:4

6. Kroatien 2 48:59 0:4

Gruppe 2

Donnerstag

Russland - Schweden 23:29

Polen - Norwegen 31:42

Deutschland - Spanien 23:29

Freitag

Russland - Spanien

Deutschland - Norwegen

20:30/ZDF

Polen - Schweden

Sonntag

Deutschland - Schweden

18:00/ARD

Polen - Russland

Spanien - Norwegen

25. Januar

Deutschland - Russland

18:00/ZDF

Polen - Spanien

Schweden - Norwegen

1. Spanien 2 61:51 4:0

2. Norwegen 2 64:54 2:2

3. Schweden 2 57:55 2:2

4. Deutschland 2 53:52 2:2

5. Russland 2 46:51 2:2

6. Polen 2 54:72 0:4

Endrunde

Halbfinale: 28. Januar: Sieger Gruppe 1 - Zweiter Gruppe 2 (18 Uhr), Sieger Gruppe 2 - Zweiter Gruppe 1 (20.30 Uhr).

Platz 3: 30. Januar (15.30 Uhr)

Platz 1: 30. Januar (18 Uhr)

Noch bevor die Schlusssirene ertönte, schnappte sich DHB-Kapitän Johannes Golla jeden seiner Mitspieler und spendete Trost. Auch Alfred Gislason peppelte die deutschen Handballer nach dem ersten EM-Dämpfer sofort auf. »Es ist immer noch alles möglich«, sagte der Bundestrainer nach dem 23:29 (12:14) gegen Titelverteidiger Spanien.

Statt nach dem Corona-Hoffnungsschimmer auch ein sportliches Ausrufezeichen zu setzen, musste das virusgeplagte DHB-Team den ersten sportlichen Rückschlag verkraften. Doch viel Zeit zum Trauern bleibt nicht: Bereits am heutigen Freitag (20.30 Uhr/ZDF) wartet mit dem Duell gegen Norwegen um den Kieler Starspieler Sagosen die nächste schwere Aufgabe auf die deutsche Mannschaft.

Wenn der Medaillentraum weiterleben soll, muss dann die Fehlerquote vor allem im Angriff deutlich geringer werden. »Wir wissen genau, dass Norwegen mit einer guten Leistung machbar ist«, sagte Torhüter Johannes Bitter, »heute war es eben nicht drin.« Der 2007er-Weltmeister weiß: Die Chance auf das Halbfinale ist mit 2:2 Punkten weiter da.

Gegen Spanien, den abgezockten EM-Champion der Jahre 2018 und 2020, war das DHB-Team in Bratislava trotz eines zu Beginn beherzten Auftritts letztlich klar unterlegen. Eine Schwächephase mit insgesamt 15 Minuten (!) ohne eigenes Tor war der Knackpunkt in einem zunächst vielversprechenden Spiel. Ein 0:7-Lauf war vorentscheidend, beim Stand von 12:19 (39.) war die Partie praktisch gelaufen.

»Wir haben heute eine Lehrstunde bekommen, vor allem in der zweiten Hälfte. Die Spanier haben uns extrem bestraft«, sagte Youngster Julian Köster. Gislason räumte ein: »Bei einigen steckt es schon in den Knochen, dass sie gestern nur auf den Zimmern bleiben konnten.«

Golla und Linksaußen Patrick Zieker waren beim Start in die nächste Turnierphase mit je vier Treffern die besten Werfer für die deutsche Mannschaft. Die weiteren Hauptrunden-Gegner sind Vizeweltmeister Schweden am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) sowie Russland am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF). Die besten beiden Mannschaften der Sechsergruppe ziehen ins Halbfinale in Budapest ein.

Erfreuliche Nachrichten hatte der Deutsche Handballbund (DHB) wenige Stunden vor dem Anwurf mitgeteilt: Die am Mittwochabend abgenommenen PCR-Tests fielen durchweg negativ aus, erstmals seit Sonntag gab es in der deutschen Mannschaft somit keinen neuen Corona-Fall.

Kurz vor dem Anpfiff wurde es sogar noch besser: Christoph Steinert konnte zur Partie gegen Spanien auflaufen - und das, obwohl er am Mittwoch als zwölfter Spieler des DHB-Teams einen positiven Befund erhalten hatte. Sein PCR-Test hatte laut DHB einen »schwach positiven Befund«, nach ausschließlich negativen weiteren Tests war er überraschend kurzfristig doch spielberechtigt. »Kurz vor dem Spiel hatte ich alle Gefühle dieser Welt gleichzeitig«, berichtete er nach Spielende in der ARD.

Doch selbst Steinerts Einwechslung zur zweiten Halbzeit half nichts. Die deutschen Angreifer fanden kaum ein Mittel gegen die bewegliche 6:0-Deckung des Top-Teams. Die anfangs gute Defensive ließ zu früh nach und offenbarte wie in den ersten Spielen gegen Belarus (33:29) und Österreich (34:20) Schwächen in der Verteidigung der Kreisläufer.

Die Spanier erkämpften sich mit Gegenstoßtoren eine Zwei-Tore-Führung - und bauten diese unmittelbar nach Wiederanpfiff weiter aus. »Wir lassen uns erschießen«, klagte Gislason. Während der Isländer vor der Pause noch euphorisch Beifall klatschte, pustete er nach dem Seitenwechsel kräftig durch, als der Rückstand weiter anwuchs.

Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Rebmann (FA Göppingen) - Golla (SG Flensburg-Handewitt) 4, Zieker (TVB Stuttgart) 4, Köster (VfL Gummersbach) 3, Reichmann (MT Melsungen) 2/2, Stutzke (Bergischer HC) 2, Ph. Weber (SC Magdeburg) 2, Wiencek (THW Kiel) 2, Dahmke (THW Kiel) 1, Ernst (DHfK Leipzig) 1, Wiede (Füchse Berlin) 1, Zerbe (TBV Lemgo Lippe) 1, Drux (Füchse Berlin), D. Schmidt (Bergischer HC), Steinert (HC Erlangen)

Spanien: Corrales, Perez De Vargas - Maqueda 6, Casado 5, Sole Sala 5, Figueras 4, Gomez Abello 4/2, Garcia 3, Gurbindo 1, Marquez Coloma 1, Arino, Fernández, Guardiola, Odriozola, Pecina, Naranjo

Auch interessant