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Nowitzkis 14 hängt unterm Dach

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Historische Ehrung für Ausnahme-Basketballer Dirk Nowitzki (unten) - sein DBB-Trikot wird nicht mehr vergeben und symbolisch an die Decke gehängt. © IMAGO

153 Länderspiele und fast jedes Jahr ein großes Turnier: Dirk Nowitzki hat mit dem Basketball-Nationalteam jede Menge erlebt. Die Ehrung am Donnerstag war eine Art Schlusspunkt - denn das letzte Heimspiel vor sieben Jahren endete für ihn bitter.

Dirk Nowitzki gilt als einer der erfolgreichsten Basketballer der europäischen Geschichte. Am gestrigen Donnerstagabend erfuhr der 44 Jahre alte Würzburger eine ganz besondere Ehre: Nowitzkis Trikot mit der Nummer 14 wurde unter das Hallendach der Arena in Köln gezogen, danach wird die Nummer beim Deutschen Basketball-Bund (DBB) nicht mehr vergeben werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kam zu der Zeremonie, die unmittelbar vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich stieg.

»Es ist mir eine Riesenehre«, sagte Nowitzki in einer kurzen Ansprache. »Ich habe immer gerne für Deutschland gespielt, habe immer alles gegeben, von daher bedeutet mir das sehr viel.« Steinmeier würdigte Nowitzki als ganz besonderen Sportler und Men schen. »Ein Star kann man im Sport schnell werden. Um in den Augen der Fans dauerhaft ein Held zu sein, muss auch Herz und Charakter dazukommen«, sagte der Bundespräsident. Zahlreiche Weggefährten waren für die Zeremonie nach Köln gekommen. Aus den USA war unter anderem Dallas-Mavericks-Boss Mark Cuban angereist. Erinnerungen an markante Nowitzki-Momente im Nationaltrikot.

Standing Ovations und Silber: Diesen Moment hat Dirk Nowitzki nicht vergessen. Beim EM-Finale 2005 in Belgrad liegt das deutsche Team gegen Griechenland aussichtslos zurück, als Bundestrainer Dirk Bauermann seinen besten Schützling aus der Begegnung nimmt. Das Publikum in der Arena steht geschlossen für Nowitzki auf, der Profi der Dallas Mavericks war nicht nur bester Werfer der Europameisterschaften, sondern auch wertvollster Spieler. Am Abend zuvor hatte er das Halbfinale gegen Spanien mit einem Wurf kurz vor Schluss entschieden.

Überraschende WM-Medaille: Schon drei Jahre vorher hatte Nowitzki, der in der NBA bereits zum Star avancierte, ein deutsches Team zur Medaille geführt, nämlich zu Bronze bei der WM in den USA. Auch bei diesem Turnier hatte der deutsche Star die meisten Punkte erzielt und die Auszeichnung zum MVP erhalten. Nowitzki ärgert sich noch heute über das Halbfinale, das man gegen Argentinien - aus seiner Sicht leichtfertig - aus den Händen gab.

47 Punkte gegen Angola: »Alles, was in so einem Spiel passiert, ist Spaß«, sagte Nowitzki nach einem denkwürdigen Duell mit Angola bei der WM 2006. Der NBA-Star erzielte 47 Punkte und 16 Rebounds beim 108:103 gegen die Afrikaner, der erst nach drei Verlängerungen feststand. Es war das erste Spiel der WM-Geschichte, das so lange dauerte.

Über Athen zu Olympia: Nowitzkis großes Ziel mit dem Nationalteam war es immer, sich einmal für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. 2008 erfüllte sich der Traum, als das deutsche Team die Vor-qualifikation in Athen meisterte und somit das Ticket für Peking löste. Bei den Spielen in China durfte Nowitzki dann sogar die Fahne des deutschen Teams tragen.

Tränenabschied in Berlin: Im Sommer 2015 wartete dann die Heim-EM mit einer V orrundengruppe in Berlin. Mit Nowitzki sollte die Begeisterung für eine weitere Medaille ausgelöst werden, doch das misslang. Das Turnier endete nach vier Niederlagen mit dem Vorrunden-Aus. Tränenreich verabschiedete sich der damals 37-Jährige vom Publikum in Berlin - das 76:77 gegen Spanien war sein 153. und letztes Länderspiel.

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