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Real Madrid hat Titel sicher

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Carlo Ancelotti hat Real Madrid zur Meisterschaft geführt und damit nun in allen fünf europäischen Topligen den Titel geholt. © AFP

Der VfL Bochum hat mit dem Coup bei Borussia Dortmund den Klassenerhalt perfekt gemacht. Der Aufsteiger will seinen Weg auch in der neuen Saison unbeirrt fortsetzen. Dagegen setzt es Pfiffe für den BVB von den eigenen Fans.

(sid). Meilenstein für Carlo Ancelotti: Der italienische Star-Coach hat Real Madrid zum 35. spanischen Fußball-Meistertitel geführt. Dadurch avancierte der 62-Jährige zum ersten Trainer, der in allen fünf europäischen Topligen eine Meisterschaft feierte. Der ehemalige Bayern-München-Trainer nutzte mit den Königlichen am Samstag den ersten Matchball in LaLiga und bezwang Espanyol Barcelona ohne Mühe mit 4:0 (2:0).

Zuvor hatte Ancelotti in Italien den AC Mailand (2004), in England den FC Chelsea (2010), in Frankreich Paris St. Germain (2013) und in der Bundesliga den FC Bayern (2017) zum Titel geführt. In seiner ersten Amtszeit in Madrid (2013 bis 2015) hatte er einen Meistertitel verpasst.

»Das macht mich stolz. Ich mag das, was ich tue. Die fünf Meisterschaften bedeuten, dass ich einen guten Job mache. Ich bin stolz, hier zu sein und will mit Real Madrid weiter Titel gewinnen«, sagte Ancelotti auf der Pressekonferenz.

Rekordmeister Real hätte am Samstagnachmittag gar ein Punkt gereicht, um auf Stadtrivale Atletico Madrid als Champion zu folgen. Erzrivale FC Barcelona, der am späten Sonntag den RCD Mallorca empfing, kann Real mit einem Spiel weniger auf dem Konto und 18 Punkten Rückstand nicht mehr einholen.

Rodrygo (33. Minute/43.) mit einem Doppelpack, Marco Asensio (55.) und Karim Benzema (81.) trafen im Estadio Santiago Bernabeu für die Madrilenen. Nationalspieler Toni Kroos wurde in der 60. Minute für Luka Modric eingewechselt.

Über negative Auswirkungen einer Meisterfeier für das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Manchester City am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) hatte sich Ancelotti bereits vor der Partie keinerlei Gedanken gemacht: »Wenn wir feiern müssen, werden wir das tun. Bislang haben wir nichts organisiert, sondern nur das Spiel gut vorbereitet.« Das hochklassige Hinspiel in Manchester hatte Real 3:4 verloren.

Die Party im »Bermuda3Eck« endete erst in den frühen Morgenstunden. Im bekanntesten Kneipenviertel des Ruhrgebiets feierten die Spieler des VfL Bochum ausgelassen den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga.

»Es gibt kein Ende. Feuer frei«, hatte Torhüter Manuel Riemann schon unmittelbar nach dem 4:3 (2:2)-Coup bei Borussia Dortmund angekündigt, das erste Bier bereits in der Hand. »Wir haben einige Feierbiester«, ergänzte Trainer Thomas Reis augenzwinkernd.

Den Startschuss für die Klassenerhalts-Feier gab Schiedsrichter Robert Hartmann mit dem Abpfiff. Reis sprang wie ein Flummi auf und ab und sprintete dann mit den Profis zu den 8000 mitgereisten Fans in der Kurve. »Das waren Emotionen pur. Wir haben ganz Bochum stolz gemacht. Wir haben Großes geleistet«, sagte Reis. Der Sieg im kleinen Revierderby und die damit verbundene Rettung sei »die Krönung der Saison«.

In der Kabine ging die Party mit entsprechender Musik und Gesangseinlagen weiter, die Anhänger schwenkten auch auf der kurzen Rückreise auf der A40 ihre Schals aus den Autos. »Nächstes Jahr in der Bundesliga zu spielen«, betonte Stürmer Sebastian Polter, »das haben wir uns alle verdient.«

Dabei hatte das dem Aufsteiger kaum jemand zugetraut. Der VfL wurde neben Mit-Aufsteiger Fürth als erster Abstiegskandidat gehandelt. »Es ist nicht so schlecht dafür, dass vor der Saison alle prognostiziert haben, dass wir direkt wieder absteigen«, sagte Geschäftsführer Sport Sebastian Schindzielorz bei Sky schmunzelnd: »Wir haben gegen alle Widerstände angekämpft und verdient die Klasse gehalten.« Mit viel Leidenschaft, Teamgeist und Willen war Bochum auch für die Großen der Liga ein äußerst unangenehmer Gegner. Gegen den BVB holte der VfL vier Punkte, die Bayern wurden im Ruhrstadion düpiert (4:2) und auch Leverkusen wurde ein Zähler abgetrotzt.

Reis wurde daher für einen kurzen Moment sentimental. »Als ich nach Bochum zurückkam, befand sich der Verein in einer schwierigen Situation. Wir haben gemeinsam unseren Weg zurückgefunden und gezeigt, dass man zusammenhalten muss, um etwas zu erreichen«, sagte der 48-Jährige.

Trotz einiger Rückschläge hat sich der VfL nie hängen lassen. Nach dem 0:7 in München in der Hinrunde wurde an den richtigen Stellschrauben gedreht.

Seinen Weg will der Außenseiter unbeirrt fortsetzen. »Ob wir mit einem Lizenzspieler-Etat von 24, 25 oder 31 Millionen Euro an den Start gehen, ist doch völlig egal - weil die anderen eh mehr Geld haben. Daher tun wir gut daran, in Ruhe zu arbeiten und eine klare Strategie zu fahren«, sagte Geschäftsführer Ilja Kaenzig den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Unterdessen wollte Erling Haaland nur noch weg. Der Torjäger von Borussia Dortmund quetschte sich nach der Pleite auf die Rückbank des Fahrdienstes, obwohl dort schon drei Profis saßen. Die unbequeme Haltung nahm er für die kurze Strecke gerne in Kauf. Haaland wollte so schnell wie möglich nach Hause. Dabei hatte der wechselwillige 21-Jährige mit seinem Dreierpack noch einmal mächtig Eigenwerbung betrieben. Doch für Haaland war es ein trauriger Tag. Die Nachricht vom Tod seines Beraters Mino Raiola machte während des Spiels die Runde. Auch die lautstarken Pfiffe und Beschimpfungen der enttäuschten BVB-Fans hallten Haaland und seinen Mitspielern auf der Heimfahrt noch in den Ohren. »Das eine ist, das Spiel zu verlieren. Das andere ist, sich zu Recht auspfeifen zu lassen. Das macht am Ende den Nachmittag bitter«, sagte Nationalspieler Julian Brandt bei Sky. Statt sich vorzeitig die sechste Vize-Meisterschaft in den vergangenen zehn Jahren hinter Seriensieger Bayern München zu sichern, taumelt der personell schwer angeschlagene BVB dem Saisonende entgegen.

(sid). Trotz beherzter Aufholjagd haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg das erhoffte Champions-League-Wunder gegen den FC Barcelona verpasst. Nach dem 1:5 im Camp Nou bezwang der starke Bundesliga-Spitzenreiter den Titelverteidiger im Halbfinal-Rückspiel mit 2:0 (0:0) und stoppte zum versöhnlichen Abschied die 45 Pflichtspiele andauernde Siegesserie des Topfavoriten.

Torjägerin Tabea Waßmuth (47.) und die Niederländerin Jill Roord (59.) trafen in der VW Arena vor 22 057 Fans, die für eine Rekord-Heimkulisse bei den VfL-Frauen sorgten. Die acht Jahre alte Bestmarke (12 464) wurde pulverisiert.

»Wir haben heute unser wahres Gesicht gezeigt und den Zuschauern ein gutes Spiel geboten. Aber es ist natürlich bitter, dass wir das Duell im Hinspiel verloren haben«, sagte Nationaltorhüterin Almuth Schult im Zwiespalt zwischen Stolz und Enttäuschung am DAZN-Mikrofon. Im Finale am 21. Mai in Turin trifft Barca auf Rekordsieger Olympique Lyon, der den Bayern-Bezwinger Paris St. Germain ausschaltete.

Der zweimalige Titelträger Wolfsburg richtet seinen Blick nun auf das mögliche Double. Im Liga-Finish hat der VfL im Zweikampf mit Bayern München derzeit die Nase vorn, im DFB-Pokalfinale am 28. Mai ist der Dauersieger gegen Turbine Potsdam in der Favoritenrolle.

Die zweite Hälfte begann perfekt für den VfL: Nach nur 112 Sekunden traf Waßmuth infolge einer Freistoß-Situation per abgefälschtem Fernschuss. Für die Nationalstürmerin war es der zehnte Treffer. Nach der Führung feuerten die Heimfans ihre Wölfinnen noch lauter an. Roord fasste sich aus der Distanz ein Herz und erwischte Torhüterin Panos auf dem falschen Fuß.

(sid). Italiens Fußball trauert um den am Samstag im Alter von 54 Jahren verstorbenen »König Midas« Mino Raiola. Medien, Klubs und Funktionäre würdigten den berüchtigten Berater von Starkickern wie Zlatan Ibrahimovic, Paul Pogba, Mario Balotelli und Dortmunds Torjäger Erling Haaland. »Der Fußball verliert den Kaiser der Fußballtransfers, einen der mächtigsten reichsten und umstrittensten Fußballmanager der Welt«, titelte »Corriere della Sera«. »Der aus einer Pizzeria in den Niederlanden gestartete Raiola hat das Phänomen der Top-Player erfunden, die bei jedem Klubwechsel immer reicher wurden«, so die »Gazzetta dello Sport«.

»Das Schicksal hat Raiola die Chance genommen, den Transfer des norwegischen Torjägers Haaland persönlich zu meistern«, so die Turiner Tageszeitung »La Stampa«. Alf-Inge Haaland, Vater des BVB-Stürmers, bezeichnete Raiola als den besten Fußballmanager überhaupt.

»Ich bin untröstlich. Mino war ein Freund und eine Person hoher Qualität und Kompetenz. Wir haben viele positive Momente der Zusammenarbeit miteinander erlebt, wir hatten zwar auch einige Auseinandersetzungen, aber Mino war immer korrekt«, kommentierte Inters Geschäftsführer Giuseppe Marotta.

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Die Bochumer um Torwart Manuel Riemann (orange Hose), Anthony Losilla (M.) und Robert Tesche (l.) feiern mit ihren Fans den Klassenerhalt. © IMAGO

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