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Rekordmann Kane rettet Spurs

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Harry Kane (r.) gelingt per Kopfball das 1:2 für Tottenham Hotspur gegen Brentford. Am Ende heißt es 2:2. © DPA

Der »König« des Fußballs hat das Weihnachtsfest im Krankenhaus verbringen müssen. Die Familie von Pelé war in São Paulo versammelt. Die Sorge um den Brasilianer wächst.

(sid). Der englische Fußball-Spitzenklub Tottenham Hotspur hat zum Auftakt des traditionsreichen Boxing Day in der Premier League einen Punkt im Londoner Stadtderby beim FC Brentford gerettet. Das Team um den tragischen England-Helden Harry Kane erkämpfte beim Überraschungsteam, das zuletzt Meister Manchester City bezwungen hatte, dank zweier WM-Fahrer ein 2:2 (0:1). Dennoch verpassten die Spurs den Sprung auf Platz drei.

Brentford muss damit weiter auf seinen ersten Sieg gegen Tottenham seit 1948 warten. Der gebürtige Hamburger Vitaly Janelt (10.) und Torjäger Ivan Toney (54.) trafen jeweils per Abstauber für die Gastgeber, Kane (65.) und der Ex-Münchner Pierre-Emile Höjbjerg (71.) glichen aus. Mit zehn Toren in nur sieben Spielen ist Kane, vor gut zwei Wochen noch im WM-Einsatz, nun der erfolgreichste Torschütze am Boxing Day.

Neuer Tabellenzweiter ist Newcastle United durch den siebten Sieg in Serie. Das Team von Eddie Howe lag beim 3:0 (3:0) im Stadion des kriselnden Ex-Meisters Leicester City bereits nach sieben Minuten mit zwei Treffern vorn. Die Magpies überholten Meister Man City, der allerdings zwei Spiele weniger absolviert hat.

Teammanager Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool gut aus der WM-Pause gekommen. Am Boxing Day siegten die Reds bei Aston Villa mit 3:1 (2:0). Mohamed Salah, der mit Ägypten nicht in Katar vertreten war (5.), der niederländische Abwehrchef Virgil van Dijk (37.) und der 18-jährige Stefan Bajcetic (81.) trafen für Liverpool, das als Tabellensechster aber noch nicht im Soll ist.

Die bewegenden Bilder an Weihnachten vergrößerten die Sorge um den »König« des Fußballs. Nur im Profil ist der schwer an Krebs erkrankte Pelé in seinem Krankenhausbett zu erkennen, umarmt von seiner Tochter Kely Cristina Nascimento. »Wir machen hier weiter, im Kampf und im Glauben. Noch eine Nacht zusammen«, schrieb sie an Heiligabend bei Instagram dazu. Bis Montag folgten weitere Aufnahmen aus dem Hospital Israelita Albert Einstein. Die Familie ist beisammen, sie lächeln in die Kamera.

»Frohe Weihnachten. Dankbarkeit, Liebe, Zweisamkeit, Familie. Die Essenz von Weihnachten. Wir danken euch allen für all die Liebe und das Licht, das ihr sendet«, schrieb Pelés Tochter zu einem Bild, auf dem auch die Frau des 82-Jährigen, Marcia Aoki, zu sehen ist. Unter einer weiteren Aufnahme heißt es: »Eine weitere Nacht mit ihm«.

Das Krankenhaus hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, bei Pelé sei ein Fortschreiten der Krebserkrankung diagnostiziert worden, er benötige eine intensivere Betreuung aufgrund von Nieren- und Herzproblemen. Der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 befindet sich seit dem 29. November in dem Krankenhaus, um die Chemotherapie gegen einen Dickdarmtumor neu einzustellen. Medienberichten zufolge soll die Chemotherapie zuletzt nicht mehr angeschlagen haben.

Auch Pelés Sohn Edson »Edinho« Cholbi do Nascimento (52) kam zu Besuch. Der frühere Torhüter postete auf Instagram ein Bild, auf dem er die Hand seines Vaters hält. Unter dem Foto ist ein in Flammen stehendes Herz zu sehen. Dazu schrieb er: »Vater... meine Stärke ist deine.« Brasiliens aktueller Star Neymar würdigte Pelé in einem Video, das Kely Nascimento bei Instagram veröffentlichte. »Wie ihr wisst, ist Pelé ein Teil meiner Geschichte«, sagte Neymar darin unter anderem.

Der »König« (»O Rei«) hatte den Fußball während seiner aktiven Karriere und weit darüber hinaus geprägt wie kaum ein anderer. Der Weltverband FIFA hatte ihn - ebenso wie den Argentinier Diego Maradona - zum »Spieler des 20. Jahrhunderts« gekürt. Mit 77 Treffern in 92 Länderspielen ist Pelé bis heute Rekordtorschütze der Seleção. Es ist ein sehr kleiner Kreis der Besten, der Bedeutendsten dieses Sports, dem neben dem »König« und Maradona nur noch sehr wenige angehören. Die Namen von Franz Beckenbauer, Johan Cruyff und Lionel Messi fallen in der Diskussion.

Pelé ging als jüngster Torschütze in einem WM-Finale in die Geschichte ein, als er 1958 in Schweden gegen die Gastgeber mit 17 Jahren und 249 Tagen zweimal traf. In seiner 21 Jahre langen Karriere gewann er zahlreiche Titel, an erster Stelle stehen für immer die drei WM-Triumphe mit der Seleção. Die Brasilianer verehren Pele dafür - nun bangen sie mehr denn je um ihren Größten.

Pelés Glückwunsch an Messi zum WM-Triumph Argentiniens in Katar ist bislang der letzte Eintrag auf der eigenen Instagram-Seite. »Diego lächelt jetzt sicherlich«, hieß es zum Pokal-Bild mit Messi in Anspielung auf den Ende November 2020 gestorbenen Maradona. Die Sorgen um Pelé reichen weit über den Fußball hinaus. In seinem Heimatland wird der 82-Jährige verehrt wir kaum eine andere Persönlichkeit.

»Pelé, unsere Gedanken sind bei dir«, schrieb IOC-Präsident Thomas Bach (68) auf Twitter: »Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles Gute.«

(dpa). Besonders viel Zeit für Gemütlichkeit und die Familie hatte Gabriel Clemens an Weihnachten nicht. Deutschlands bester Darts-Profi schuftete selbst in der dreitägigen WM-Pause noch im Fitnessstudio und verabschiedete sich schon am ersten Weihnachtsfeiertag wieder ins Flugzeug und dann zurück nach London, wo ab Dienstag (13.30 Uhr und 20 Uhr/Sport1 und DAZN) diverse Gigantentreffen des Pfeile-Sports im »Ally Pally« anstehen. Der 39 Jahre alte Saarländer ordnet alles den hohen sportlichen Zielen, die in der heißen Phase bis 3. Januar auf dem Prüfstand stehen, unter.

So freut sich die Darts-Welt am Dienstag zwar besonders auf den Showdown zwischen dem Waliser Gerwyn Price und Raymond van Barneveld (Niederlande) sowie den nächsten Auftritt von Weltmeister Peter Wright. Aber eben auch auf Clemens, der zum festen Bestandteil der erweiterten Weltspitze geworden ist und nun zum zweiten Mal nach 2021 ins WM-Achtelfinale einziehen könnte. Die Ausgangslage ist gut, denn der nächste Gegner ist am Dienstag (20.15 Uhr) nicht Ex-Europameister James Wade, sondern Außenseiter Jim Williams aus Wales.

Der »German Giant« sagt zwar, ihm sei der Gegner vollkommen egal. Doch Clemens‹ Chancen aufs Achtelfinale sind gestiegen. Den deutschen Primus begeistert allen voran die Atmosphäre im Alexandra Palace, in dem der Deutsche vor zwei Jahren mit einem Sieg über Weltmeister Wright schon mal verblüfft hatte.

Die Finalphase bei der WM ist gespickt mit Stars und großen Duellen, diesmal aber besonders. 29 gesetzte Spieler - und damit mehr als in jedem anderen der vergangenen zehn Jahre - meisterten ihre Auftakthürden, nun gibt es packende Aufeinandertreffen in Serie. Das vorerst größte ist sicher am Dienstag (21.30 Uhr) das von »Iceman« Price (Weltmeister 2021) und Routinier »Barney« (Weltmeister 2007).

Die Ex-Champions gegeneinander erscheint auf dem Papier ein mögliches Halbfinale, doch nun kommt es schon in der Runde der letzten 32 dazu. Zwar gilt Primus Price als Favorit, doch kommt der 55 Jahre alte van Barneveld in sehr guter Form nach London. Von ihm selbst verkündete Geldsorgen und zuletzt eine Lebensmittelvergiftung konnten dem Niederländer zuletzt nichts anhaben. »Ich habe riesigen Respekt vor Gerwyn, aber ich glaube an mich selbst. Ich spiele sehr gut und kann es nicht erwarten, die Nummer eins der Welt herauszufordern«, sagte »Barney«.

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Der Gesundheitszustand von Pelé bewegt die Welt. ARCHIV © IMAGO

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