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Rund um die Frankfurter Eintracht

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Meier registriert riesige Vorfreude in der Stadt

Eintracht Frankfurts Vereinsikone Alex Meier sieht die Entwicklung des Europa-League-Finalisten seit langer Zeit ausschließlich positiv. »Die letzten zehn Jahre ging es nur bergauf«, sagte Meier im Sport1-»Doppelpass«. Die Frankfurter spielen am Mittwoch (21.00 Uhr/RTL) in Sevilla gegen die Glasgow Rangers um den Titel in der Europa League.

»Die Vorfreude ist riesig in der Stadt. Die ganze Region fiebert nur noch dem Endspiel entgegen. Für die Eintracht ist es etwas ganz Besonderes«, sagte Meier, der von 2004 bis 2018 für die Hessen spielte und im Verein nur als »Fußball-Gott« bezeichnet wird.

Auf dem Weg zum Endspiel nach Sevilla hat Frankfurt unter anderen Betis Sevilla, den FC Barcelona und West Ham United ausgeschaltet. »Jeder feiert und leidet mit dem Verein, deswegen ist der Zusammenhalt so groß«, sagte Meier. Mit einem Sieg würde die Eintracht nicht nur den Pokal gewinnen, sondern auch direkt in die Champions League einziehen. Dies wäre für die ganze Stadt »noch mal ein anderes Niveau«, merkte der 39 Jahre alte Meier an.

Grabowskis Witwe schlägt Einladung nach Sevilla aus

Die Witwe der kürzlich gestorbenen Eintracht-Legende Jürgen Grabowski wird nicht mit den Frankfurtern zum Europa-League-Finale nach Sevilla fliegen. »Ich habe da eine Einladung von der Eintracht, aber gerade zu viel Stress und keine Ruhe dafür«, sagte Helga Grabowski der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe wegen eines Schadens an ihrem Auto nach einem Unfall zu viel zu erledigen. Ihr selbst sei aber nichts passiert.

»Außerdem bin ich nicht so in euphorischer Stimmung«, erklärte Helga Grabowski weiter. Ihr Mann starb am 10. März im Alter von 77 Jahren. Jürgen Grabowski war 1972 Europameister und 1974 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Im Frankfurter Stadion gab es eine große Trauerfeier für ihn. »Präsident Peter Fischer hat mir gesagt: Die Eintracht ist jetzt deine Familie«, sagte Helga Grabowski.

Ihr Mann gewann 1980 mit der Eintracht den UEFA-Pokal, fehlte aber in den Finalspielen gegen Borussia Mönchengladbach verletzt und war bei der Pokalübergabe in Zivil dabei. Diese Szene verwendete der Club dieser Tage auch in einem Tweet vor dem Endspiel gegen die Glasgow Rangers. »Mit dem Jürgen. Für den Jürgen. In diesem Jahr«, heißt es dazu.

Dahlmann ist begeistert von Eintracht-Fans

Der frühere Fußball-Kommentator Jörg Dahlmann (63) ist voll des Lobes über den Bundesligisten und Europa-League-Finalisten Eintracht Frankfurt. »Was da in den letzten Jahren abgegangen ist, unglaublich«, sagte der bekennende Schalke-Fan dem privaten Radiosender Hit Radio FFH in Bad Vilbel bei Frankfurt. »Die Eintracht ist, was die Zuschauer angeht, der Stolz der ganzen Nation.« Sky hatte den zum Ende der vergangenen Bundesliga-Saison auslaufenden Vertrag des Reporters nicht verlängert und ihn nach umstrittenen Äußerungen bei einer Zweitliga-Übertragung bereits ab Mitte März nicht mehr eingesetzt.

Funkel würde einen Champagner aufmachen

Eintracht Frankfurts langjähriger Trainer Friedhelm Funkel will im Fall eines Europa- League-Titels auf seinen Ex-Club anstoßen. »Dann freue ich mich und mache ein Fläschchen Champagner auf«, sagte der 68 Jahre alte Funkel auf die Frage, was er mache, wenn die Eintracht am Mittwochabend das Endspiel in Sevilla gegen die Glasgow Rangers gewinne. Funkel trainierte die Hessen von 2004 bis 2009 und war zuletzt vom Club zum Halbfinale gegen West Ham United eingeladen worden.

Das Endspiel will er zu Hause mit Freunden schauen. »Emotional bin ich dabei, aber nicht so, dass ich da bestimmte Kleidung tragen müsste. Ich kenne ja noch immer viele aus Frankfurt, auch aus dem Team. Emotional und auch vom Herzen her bin ich am Mittwoch ganz, ganz großer Eintracht-Fan«, sagte Funkel. Ein Titel im Europapokal werde »ewig Bestand haben«, verdeutlichte der Trainer-Routinier. Man könne »die Mannschaft mit den Champions- League-Einnahmen noch eine Stufe höher stellen, was auch notwendig ist.«

Kritik an der Auswahl des Finalstadions

Eigentlich hatte die Europäische Fußball-Union UEFA das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán in Sevilla selbst für die großen internationalen Endspiele abgelehnt. In einem Bericht im Herbst 2017 hieß es, das Stadion entspreche »nur teilweise den Anforderungen an Kapazität und Barrierefreiheit«. Konkret: Es fehlen Parkplätze, es gibt zu wenig Zuschauerplätze, zudem bemängelte der Verband den geringen Anteil an überdachten Plätzen in dem Stadion.

Für das Europa-League-Finale hat sich nun eine besonders ungünstige Kombination ergeben. Sowohl die Glasgow Rangers als auch Eintracht Frankfurt bringen Zehntausende Fans mit nach Andalusien und hätten sich über ein deutlich größeres Stadion gefreut als dieses in Sevilla, das nur knapp über 40 000 Menschen Platz bietet. Beide Vereine haben nur je ein Kontingent von 10 000 Tickets erhalten - viel zu wenig, um alle Wünsche zu erfüllen.

Im WM-Stadion von Frankfurt werden zeitgleich mehr Fans das Spiel auf einer Großbildleinwand verfolgen können, das Public Viewing in der Mainmetropole ist ausverkauft. In den sozialen Netzwerken gab es bereits Spott für die UEFA-Entscheidung. Ein großes Finale in Frankfurt würde man ja auch nicht am Bornheimer Hang austragen, hieß es. In Sevilla sind sowohl das Olympiastadion als auch das Estadio Benito Villamarín von Betis Sevilla größer als das Estadio Ramón Sánchez Pizjuán, in dem normalerweise der FC Sevilla spielt. (dpa)

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