1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Schwanitz geht unter Tränen

Erstellt: Aktualisiert:

imago1010191261h_280222_4c
Kugelstoß-Ikone Christina Schwanitz beendet früher als angekündigt ihre Karriere und verabschiedet sich mit dem dritten Platz in ihrem letzten Wettkampf. © IMAGO

(sid). Olympiasiegerin Malaika Mihambo nahm für die sommerliche Titeljagd noch einmal Schwung auf bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Dort überstrahlte der emotionale und überraschende Abschied von Kugelstoßerin Christina Schwanitz allerdings vieles.

Mihambo flog mit 6,81 m zum fünften Hallen-Titel in Serie. Ganz zufrieden war sie dennoch nicht, war ihr zweiter Siegessprung doch mit Abstand der Weiteste. »Es war ein guter Wettkampf, der Anlauf war schon viel stabiler«, sagte Mihambo in der ARD. Trotzdem habe noch nicht alles »im Detail gepasst«.

Für die große Überraschung hatte am Tag zuvor Ex-Weltmeisterin Schwanitz gesorgt: »Das war heute mein letzter Wettkampf«, verkündete sie mit Tränen in den Augen und brüchiger Stimme. Mit einer Bronze-Medaille und ihrer Saisonbestleistung von 18,49 m beendete die zweimalige Europameisterin ihre erfolgreiche Karriere. Im Wettkampf habe sich für Schwanitz herausgestellt, »dass ich meinen Staffelstab nun weitergebe«, unter anderem an die neue Titelträgerin Sara Gambetta (19,05 m/Halle). Nach »über 18 Jahren Hochleistungssport« sei sie nun auch »megastolz«. Bereits zuvor hatte die 36-Jährige das diesjährige Karriereende angekündigt, in Leipzig kam es nun früher als erwartet.

Mihambo hingegen richtet den Fokus nun voll auf den Sommer, in dem mit den Weltmeisterschaften in Eugene/USA (15. bis 24. Juli) und den Europameisterschaften in München (15. bis 21. August) gleich zwei Highlights anstehen. Beide Male geht Mihambo als Titelverteidigerin an den Start. Die Hallen-WM in Belgrad (18. bis 20. März) lässt sie aus.

Bei der DM habe sie versucht, sich »noch einmal mit meinem Anlauf anzufreunden«, erklärte Mihambo, der mit 6,96 m vor einer Woche beim ISTAF Indoor in Düsseldorf die Weltjahresbestleistung gelungen war. Das habe »funktioniert«, auch »wenn keine sieben Meter gefallen sind«.

Das Sprint-Duell der Frauen über 60 m entschied Tatjana Pinto (Wattenscheid) in 7,16 Sekunden vor Gina Lückenkemper (7,20/Berlin) für sich. Bei den Männern gewann Lucas Ansah-Peprah (Hamburg) mit persönlicher Bestleistung von 6,58 Sekunden.

Hürdensprinterin Cindy Roleder (Halle) feierte kurz nach ihrer Rückkehr den Hallen-Titel und setzte sich in 8,13 Sekunden durch. Nach der Geburt ihrer Tochter hatte die Ex-Europameisterin die vergangene Saison vorzeitig beendet und war erst Anfang des Jahres wieder offiziell ins Wettkampfgeschehen eingestiegen. Im Dreisprung gab es an Max Heß (Chemnitz) erneut kein Vorbeikommen. Der ehemalige Europameister sprang mit 16,05 m zu seinem sechsten Hallen-Titel.

Bei der Hallen-WM in Belgrad im März will der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) laut Chef-Bundestrainerin Annett Stein mit etwa 15 Athletinnen und Athleten an den Start gehen. Doch auch wenn einige Normen bei den nationalen Titelkämpfen geknackt wurden, verzichten viele mit Blick auf den vollen Sommer-Terminkalender auf den Wettkampf. Viele bekannte Gesichter wie Deutschlands Topläuferinnen Konstanze Klosterhalfen, Gesa Felicitas Krause oder Kugelstoßer David Storl waren in der Leipziger Arena, die an beiden Tagen mit rund 1600 Zuschauern gefüllt war, bereits nicht am Start.

Auch interessant