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Peter Wright feiert seinen WM-Gewinn und stemmt die 25 kg schwere Sid Waddell Trophy in die Höhe.

Tennis

Serbien sagt ab

(dpa). Neues Outfit, neuer Sponsor - aber auch neue Probleme: Die Aufbruchstimmung bei Deutschlands Handballern wurde neun Tage vor dem Auftakt der Europameisterschaft durch die Absage von Länderspielgegner Serbien gedämpft. Wegen mehrerer Corona-Fälle kann das Balkan-Team nicht zu den EM-Tests am Freitag in Mannheim und Sonntag in Wetzlar anreisen.

»Wir sind ein wenig durch den Wind«, beschrieb DHB-Vorstandschef Mark Schober am Dienstag die Stimmungslage. »Wir arbeiten mit Hochdruck daran, gegen eine andere Nationalmannschaft anzutreten und sprechen derzeit mit mehreren Verbänden.« Schon am Mittwoch hofft der Deutsche Handball-Bund, einen Ersatzgegner präsentieren zu können.

Die Absage der Serben hatte die Verantwortlichen am Montagabend erreicht und kalt erwischt. »Es ist extrem schade, dass die Serben nicht anreisen können. Wir vertrauen darauf, dass wir gegen einen anderen Gegner spielen und unsere EM-Vorbereitung planmäßig fortsetzen können«, sagte Bundestrainer Alfred Gislason.

Seit dem Neujahrstag feilt der 62 Jahre alte Isländer mit dem Team am Feinschliff für die Endrunde vom 13. bis 30. Januar in Ungarn und der Slowakei. »Bis jetzt läuft es sehr gut, wenn auch nicht perfekt. Alle geben Vollgas. Es macht großen Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten«, berichtete Gislason von den ersten positiven Eindrücken beim EM-Lehrgang in Großwallstadt.

Dort stellte der Verband am Dienstag sowohl einen neuen Hauptsponsor (Autohero) als auch die neuen Nationalmannschaftstrikots vor.

»Die DHB-Auswahl hat die größte Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, daher ist das Trikot auch ein Markenzeichen«, sagte Schober. »Auch für die Spieler hat es durchaus Bedeutung, wie der Adler auf der Brust sitzt.«

(sid). Nach wochenlangem Hin und Her wird Rekordchampion Novak Djokovic nun doch an den Australian Open teilnehmen. Wie der 34 Jahre alte Serbe am Dienstag bei Instagram bekannt gab, reist er mit einer Ausnahmegenehmigung nach Melbourne zum ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, das am 17. Januar beginnt.

Djokovic hat seinen Impfstatus nicht veröffentlicht. Alle Teilnehmer an den Australian Open müssen geimpft sein oder eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorlegen. Der stellvertretende Ministerpräsident des Bundesstaates Victoria, James Merlino, hatte im Dezember betont, medizinische Ausnahmen seien »kein Schlupfloch für privilegierte Tennisspieler«. Der Weltranglistenerste Djokovic hat die Australian Open neun Mal gewonnen.

(dpa). Die deutschen Tennis-Herren um Alexander Zverev dürfen beim ATP Cup weiter auf den Einzug ins Halbfinale hoffen. Jan-Lennard Struff und Zverev sorgten am Dienstag in Sydney gegen die USA mit ihren Erfolgen im Einzel dafür, dass der notwendige 2:1-Sieg im zweiten Gruppenspiel bereits nach den Einzeln feststand.

Zwei Tage nach dem 1:2 zum Auftakt gegen Großbritannien rang Struff zunächst den stark aufschlagenden John Isner mit 7:6 (9:7), 4:6, 7:5 nieder. Danach gewann Zverev 6:4, 6:4 gegen Taylor Fritz und machte dabei in einem hart umkämpften letzten Aufschlagspiel mit dem sechsten Matchball den uneinholbaren 2:0-Zwischenstand perfekt.

Zum Abschluss verloren Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel 0:6, 3:6 gegen Fritz und Isner und zeigten über weite Strecken eine enttäuschende Leistung. Für Pütz war es nach Armproblemen der erste Einsatz in dem Mannschaftswettbewerb, für ihn war gegen die Briten Zverev eingesprungen - allerdings ohne Erfolg.

Zverev zeigte sich trotz der Schwierigkeiten gegen Fritz am Ende insgesamt zufrieden mit seiner Leistung. »Ich bin einfach froh, dass ich uns die Chance gegeben habe, das Halbfinale zu erreichen«, sagte der Weltranglistendritte. Drei Matchbälle in Folge ließ der 24-Jährige zunächst gegen Fritz aus, ein krachendes Ass durch die Mitte mit dem zweiten Aufschlag bedeutete bei der sechsten Möglichkeit nach knapp anderthalb Stunden schließlich die Entscheidung. Letzter deutscher Kontrahent ist am Donnerstag Kanada.

(dpa). Vor der gigantisch großen Sid Waddell Trophy küsste Weltmeister Peter Wright seine Frau Joanne, direkt danach kündigte der Mann mit dem roten Irokesenschnitt eine neue Darts-Ära an. »Natürlich kann ich noch drei Weltmeisterschaften gewinnen, bevor ich zu alt bin«, sagte der 51 Jahre alte Schotte nach seinem Triumph von London, der ihm neben 500 000 Pfund (etwa 595 000 Euro) auch jede Menge Ruhm und Anerkennung einbringt. »Snakebite« Wright ist nach einem weiteren Coup nach 2020 einer von nur sechs Spielern, der mehrere WM-Titel erobert hat.

Als er das rund 25 Kilogramm schwere Pokal-Prachtexemplar bei seinem nächtlichen Interviewmarathon präsentierte, sagte Wright stolz: »Sie ist zurück. Das ist meine Lady.« Der für seine bunten Haare und bunten Kleider bekannte Paradiesvogel hat eine famose Saison gekrönt und liegt nun in der Weltrangliste nur noch rund 15 000 Pfund hinter Primus Gerwyn Price aus Wales. Das nächste Ziel ist klar: die erstmalige Eroberung des Spitzenplatzes. »Am Ende dieses Jahres sollte ich die Nummer eins sein und das als erster Schotte in der Geschichte«, betonte Wright. Auch 2022 soll sein Jahr werden.

Die ganz wilde Sause, die er nach seinem Premierentriumph vor zwei Jahren gegen den Niederländer Michael van Gerwen noch ankündigte, fiel diesmal nach Aussagen des Publikumslieblings aus. »Es gibt keine Party, aber ein oder zwei Tassen Tee«, sagte Wright bei DAZN. Er sei einfach zu alt dafür. Für das Duell an der Scheibe galt das beim packenden 7:5-Finalsieg gegen den Engländer Michael Smith nicht, dort setzte sich die Erfahrung durch. »Der alte Mann ist immer noch da«, sagte der glückliche Wright mit einem Schuss Genugtuung.

Er ist nun zweimaliger Weltmeister, aktueller Team-Weltmeister und Gewinner des World Matchplay, das als zweitwichtigstes Turnier des Jahres gilt. Wright gehört neben dem Engländer Phil Taylor (14 Titel), van Gerwen (drei Titel) sowie Landsmann Gary Anderson, Englands Adrian Lewis und Kanadas John Part (je zwei Trophäen) zum illustren Kreis der Spieler, die mehrere Male den wichtigsten Pokal des Weltverbandes PDC erobert haben. Dabei hätte er vor ein paar Jahren fast aufgehört, wenn seine Frau ihn nicht gehindert hätte.

Für Wrights Karriere ist der Begriff einer wilden Achterbahnfahrt absolut zutreffend. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und warf als Kind Pfeile auf Bäume, auf die er vorher eine Scheibe gemalt hatte. Danach spielte er lange nur auf regionaler Ebene, Ende 2013 wollte als Profi vorzeitig Schluss machen.

Es ist jedes Mal seine Frau, die ihn wieder auf den richtigen Weg bringt. Joanne ist nicht nur Partnerin und Vertraute, sondern fungiert auch als Managerin für ihren Mann. Zudem übernimmt sie die zeitintensive Aufgabe, Wrights Frisuren und Outfits vor den großen Auftritten zu gestalten. Dabei malt sie ihm auch stets den Schlangenbiss (Snakebite) auf den Kopf. Und wenn er jetzt gehen würde, so als zweimaliger Weltmeister? »Ich trete nicht zurück, nicht jetzt. Jo würde mich nicht lassen«, stellte Wright klar und lachte.

Noch auf der Bühne betätigte sich der Schotte als Tröster seines Gegners Smith, der trotz eines furiosen Turniers mit Siegen über Price und Jonny Clayton weiter auf einen wichtigen Titel warten muss. Auf der größten Darts-Bühne der Welt weinte Smith hemmungslos, bevor ihn die knapp 3000 Fans im »Ally Pally« und der siegreiche Rivale Wright wieder aufmunterten.

»Halt den Kopf oben, Michael. Du weißt, dass du in Zukunft auch Weltmeister sein wirst«, sagte Wright. Der völlig frustrierte Smith kommentierte: »Mein nächstes Finale werde ich gewinnen. Mir haben nur noch zwei Sätze gefehlt.«

(dpa). Die Corona-Sorgen beim FC Bayern München werden kurz vor dem Bundesliga-Rückrundenstart immer größer. Am Dienstag wurden nun auch Leroy Sané und Dayot Upamecano positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Fußball-Bundesligist am Nachmittag vermeldete. »Beiden Spielern geht es gut, sie befinden sich in häuslicher Isolation«, teilten die Münchner mit.

Damit sind nun acht Corona-Fälle in den Reihen der Münchner Profis bekannt. Entwarnung gab es hingegen bei Verteidiger Josip Stanisic, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bei allen drei Akteuren war die Diagnose am Vortag nicht abgeschlossen - sie mussten am Dienstag zum Nachtest.

Trainer Julian Nagelsmann wird die Bundesliga-Rückrunde am Freitag gegen Borussia Mönchengladbach nach jetzigem Stand mit einem Rumpfaufgebot eröffnen müssen. Bereits am Neujahrstag hatten die Bayern die Infektionen von Malediven-Urlauber Manuel Neuer, Kingsley Coman (Dubai), Corentin Tolisso (Frankreich) und Omar Richards sowie von Co-Trainer Dino Toppmöller vermeldet. Am Montag folgten dann Lucas Hernández und Tanguy Nianzou.

Sollten noch weitere Corona-Fälle bei den Münchner Bayern hinzukommen, droht sogar die Absage des Spiels am kommenden Freitag zum Start der Rückrunde. Sobald ein Club weniger als 15 spielberechtigte Akteure (darunter mindestens ein Torhüter) aufbieten kann, kann die DFL einem entsprechenden Antrag zur Spielabsage stattgeben.

Die positiven Fälle Nummer sieben und acht beim FC Bayern: Dayot Upamecano (r.) und Leroy Sane.

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