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Showtime von Zauberfuß Gnabry

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Mit einem Schlenzer überlistet - Bayerns Stürmer Serge Gnabry (rotes Trikot) freut sich schon über den Treffer, links der Stuttgarter Konstantinos Mavropanos sieht ebenfalls, dass der passt, und Torwart Florian Müller streckt sich vergebens. © IMAGO

Bayern München hat sich zum 25. Mal die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga gesichert. Matchwinner beim 5:0 in Stuttgart war Serge Gnabry, der dreimal trifft und zweimal vorlegt.

Zauberfuß Serge Gnabry saß nach seinem wohlverdienten vorzeitigen Feierabend schon in der warmen Kabine, als Julian Nagelsmann seine Herbstmeister strahlend beglückwünschte. Mit drei Toren und zwei Vorlagen avancierte Nationalspieler Gnabry beim 5:0 (1:0) von Bayern München im Südderby beim VfB Stuttgart in seiner Geburtsstadt zum überragenden Matchwinner - und er verhalf dem deutschen Rekordmeister damit fast im Alleingang zum 25. Halbzeittitel.

Gnabry traf bei seinem zweiten Dreierpack in der Bundesliga mit einem traumhaften Schlenzer (40.), nach schöner Körpertäuschung (53.) und einem Fehler von VfB-Torwart Florian Müller per Abstauber (74.), es waren seinen Saisontore Nummer sieben bis neun. Zudem legte er Robert Lewandowski einen Doppelpack auf (69./72.) - der Weltfußballer steht jetzt bei 18 Treffern und stellte mit 42 Liga-Toren den Rekord von Gerd Müller in einem Kalenderjahr ein.

»Bayern kann Mannschaften zerlegen. Nicht nur in Deutschland, auch international. Das ist nicht unser Maßstab«, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat anerkennend. »Es war nach dem 0:3 eine Lehrstunde, sie haben unfassbare Qualität.«

Keine gute Nachricht für die Konkurrenz: Nur dreimal ließ sich der Rekordmeister danach die Schale noch nehmen. Zum Jahresabschluss gegen den VfL Wolfsburg am Freitag müssen die ohnehin personell gebeutelten Bayern aber wohl auch auf Kingsley Coman verzichten, der mit einer Verletzung am Oberschenkel ausgewechselt wurde (28.).

Stuttgart gegen Bayern, das war auch das Duell der früheren Zimmerkollegen Pellegrino Matarazzo und Nagelsmann. Der VfB-Coach adelte seinen Freund vor dem Anpfiff als »brillant«, Wer den VfB wie die 750 Zuschauer regelmäßig beobachtet, wurde nicht überrascht. Marc Oliver Kempf, der den verletzten Roberto Massimo vertrat, war der einzige Neue. Nagelsmann wechselte dreimal, einmal gezwungenermaßen: Die Not auf der Sechs war so groß, dass Marc Roca begann.

Bester Münchner war Gnabry, der den Vorzug vor Leroy Sane erhalten hatte. Er vergab die erste große Chance, als er den Ball über Torwart Müller lupfte, aber aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf (19.). Dann lief er zur Höchstform auf.

Die Stuttgarter hofften auf Konter, Lucas Hernandez tat ihnen den Gefallen, als er weit aufgerückt den Ball vertändelte. Omar Marmoush ließ die Gelegenheit liegen (25.). Kurz darauf verletzte sich Bayerns Stürmer Coman in einem Defensiv-Zweikampf.

Für ihn kam Sane, der das Führungstor vorbereitete: Gnabry zirkelte den Ball von halblinks über Müller mit feinstem Füßchen ins Tor. Der VfB Stuttgart kam wesentlich aggressiver aus der Kabine, attackierte nun höher und provozierte Ballverluste. Nach Gnabrys Fehlpass vergab erneut Förster (48.). Offensiv war Gnabry wesentlich wertvoller, nach einem Zuspiel von Thomas Müller tanzte er Kempf aus und erhöhte. Nach seiner ersten Vorlage für »Lewa« fiel der VfB auseinander und hätte sogar höher verlieren können. Lewandowski traf nur den Pfosten (83.).

Stuttgart: Florian Müller - Mavropanos, Anton, Kempf - Karazor - Coulibaly (63. Katompa Mvumpa), Endo, Mangala (75. Faghir), Ito - Förster (63. Führich), Marmoush.

München: Neuer - Pavard, Süle, Hernandez, Davies (78. Richards) - Roca (75. Nianzou) - Gnabry (75. Tillman), Musiala, Thomas Müller (78. Cuisance), Coman (27. Leroy Sane) - Lewandowski.

SR.: Schröder (Hannover) / Tore: 0:1 Gnabry (40.), 0:2 Gnabry (53.), 0:3 Lewandowski (69.), 0:4 Lewandowski (72.), 0:5 Gnabry (74.) / Zu.: 750 / Beste Spieler: keiner - Gnabry, Roca, Lewandowski / Gelb: Karazor (3) - Davies (2)

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