Sportwoche unter der Lupe: Von der Sehnsucht der Sportler

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Hallo, liebe Leserinnen und Leser! Seit einem Jahr diktiert die Corona-Pandemie unser aller Leben. Dass der Amateursport darunter heftig leidet, macht uns Sportler betroffen und ungeduldig. Der Wunsch nach Normalität mit regelmäßigen Wettkämpfen, am liebsten mit Zuschauern, ist immer schwerer unterdrückbar. Ich persönlich sehne mich als Co-Trainer eines Handball-Oberligisten extrem nach einer Saison, in der gespielt werden kann und es um etwas geht.

Diese Sehnsucht werden unzählbare Gleichgesinnte verspüren.nDoch bislang ist der Wunsch einzig Vater des Gedankens. Wie schnell es auch im professionellen Bereich gehen kann, dass ein Spielplan unter Pandemie-Bedingungen zusammenbricht, davon kann jetzt die DEL2 ein Lied singen. In der vergangenen Woche ging es Schlag auf Schlag. Heilbronn, Bietigheim, Bad Nauheim - an all diesen Standorten waren jetzt Eishockey-Cracks vom Corona-Virus infiziert. Ehe am Donnerstagabend die Entscheidung der Liga-Leitung verkündet wurde, die Hauptrunde unmittelbar vor den letzten zwei (drei) Spieltagen vorzeitig zu beenden, wurde angesichts möglicher Nachholspiele kräftig gegrübelt, wie das denn dann alles noch unter einen Hut passen soll. Dass etwas im Busch war, belegte die Tatsache, dass DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch für unseren Eishockey-Mitarbeiter tagsüber telefonisch nicht erreichbar war. In einer letztlich nicht veröffentlichten Textvariante spekulierten wir: Müssen die Spieler des EC Bad Nauheim in Quarantäne? Können die Roten Teufel ihre letzten drei Meisterschaftsspiele doch noch absolvieren? Droht ein vorzeitiges Saison-Aus in der Deutschen Eishockey-Liga 2? Kann Bad Nauheim seine ganz geringen Chancen auf einen Playoff-Platz noch wahren? Diese Fragen häuften sich im Laufe des Donnerstags, nachdem am Mittwoch ein positiver Covid19-Verdachtsfall im Kader des EC Bad Nauheim aufgetaucht war und das für Mittwoch angesetzte Nachholspiel gegen den EHC Freiburg vorsorglich abgesetzt worden war. Die Ergebnisse der PCR-Tests, denen sich der gesamte EC-Kader noch am Mittwoch unterzogen hatte, waren am späten Donnerstagnachmittag noch nicht verfügbar. Letztlich gab es nur die eine Antwort: Vorzeitiges Ende der DEL2-Hauptrunde, Anwendung der Quotientenregel und dann Ausblick auf die Playoffs der besten acht Teams. Von den direkt ans Usinger Land angrenzenden Mannschaften ist der EC Bad Naheim nicht mehr dabei, dafür haben es die Löwen Frankfurt in die Playoffs geschafft. nWie sagte einer meiner Trainer-Kollegen? "Wenn jetzt noch mal eine Lockdown-Verschärfung kommt, dann dürfen hoffentlich die Profiligen weiterspielen. Sonst habe ich ja gar keinen Ausgleich mehr." Auch ich gestehe: Nachdem ich anfangs zum Beispiel beim Fußball in den leeren Bundesliga-Spielen bei der Sky-Konferenz die Geräusche (ohne Fankulisse) kaum ertragen konnte, so ist es inzwischen schon interessant, zu hören, was sonst unhörbar ist. Die Kommandos auf dem Spielfeld und die der Trainer, die Flüche und vieles mehr. Hier schließt sich dann der Kreis zu den vorherigen Zeilen übers Eishockey: Auch die kommenden Playoffs bieten dem Sportfan - egal aus welchem Fanlager - Ablenkung von der Corona-Tristesse. Das wiederum führt zurück zum Einstieg in diese "Lupe" und der Sehnsucht nach einer "Normalität" - die aber noch eine Weile auf sich warten lassen wird.nLiebe Leserinnen und Leser, noch ist es eher winterlich, doch am Horizont zeichnet sich der Frühling ab. Auch den sehne ich herbei. Uns allen wünsche ich ein gesundes, angenehmes Wochenende!

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