1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Stanley Cup im Visier

Erstellt: Aktualisiert:

imago1001844076h_030522_4c
Leon Draisaitl hat die NHL-Hauptrunde bei den Oilers mit persönlichen Bestwerten abgeschlossen. © IMAGO

(sid). Vor der Arena stemmt Wayne Gretzky den Stanley Cup in die Höhe, drinnen hängen Fotos, Trikots und Schläger aus den goldenen Jahren der Edmonton Oilers. Tagtäglich wird Leon Draisaitl daran erinnert, was die Eishockeyfans hier von ihm erwarten. »Es gibt niemanden, der es mehr will als wir Spieler«, sagte der deutsche Superstar vor dem Start in die Playoffs:

»Wir wollen die Mannschaft sein, die diese Zeiten wieder zurückbringt.«

Die lebende Legende Gretzky, die in den 80er Jahren viermal mit den Oilers die begehrteste Trophäe im Eishockey gewann, ist nicht nur als Statue allgegenwärtig. Der mittlerweile 61-Jährige ging auch jahrelang als Vizepräsident im Rogers Place ein und aus. »Wir wissen, für wen wir hier spielen«, sagte Draisaitl, der aufgrund seiner herausragenden Leistungen an der Seite des kanadischen Stars Connor McDavid immer wieder mit Gretzky und dessen Teamkollegen von damals verglichen wird.

Gerade hat der gebürtige Kölner seine achte NHL-Hauptrunde mit persönlichen Bestmarken abgeschlossen. Seine 55 Tore und 55 Vorlagen erreichten (und übertrafen) zuletzt vor 26 Jahren Mario Lemieux und Jaromir Jagr. »Dass mein Name auf einer Liste mit solchen Legenden auftaucht, macht mich natürlich sehr stolz«, sagte Draisaitl, 2020 schon als Scorerkönig, wertvollster Spieler der Liga und Deutschlands Sportler des Jahres ausgezeichnet.

Doch was fehlt, sind die Teamerfolge: Mit Draisaitl erreichte Edmonton nur dreimal die Playoffs, schaffte es nur ein einziges Mal in die zweite Runde. Das soll jetzt endlich anders werden. »Hoffentlich werden wir am Ende ganz oben stehen«, sagte der 26-Jährige, der mit den Oilers gegen die Los Angeles Kings in die Meisterrunde startet.

Mut macht Draisaitl die aktuelle Form: 26 der 38 Spiele hat Edmonton gewonnen, seit Jay Woodcroft Chefcoach Dave Tippett abgelöst hat. Ein Trainerwechsel sei »immer ein blöder Tag für die Betroffenen«, meinte Draisaitl, »aber manchmal ist er einfach notwendig«. Die Mannschaft habe sich »extrem verbessert«. Dass die Oilers mit sieben Siegen in den letzten acht Partien gerade in Topform sind, »passt zeitlich, dass zu den Playoffs alles zusammenkommt«.

Das Team sei besser zusammengestellt als in den vergangenen Jahren. »Wir haben super Jungs in der Truppe, die schon was gewonnen haben und immer noch heiß sind«, betonte er. Klar ist aber auch, dass die Favoriten andere sind: die Colorado Avalanche mit dem Augsburger Nico Sturm oder die Florida Panthers als punktbestes Team der Hauptrunde. Die Ergebnisse der 82 Spiele bisher zählen aber jetzt nicht mehr, »es beginnt eine ganz neue Saison«.

Auch interessant