1. Startseite
  2. Sport
  3. Sportmix

Supercup im Ausland und Playoffs?

Erstellt: Aktualisiert:

imago1009000741h_070222_4c
Donata Hopfen wehrt sich gegen Denkverbote. © IMAGO

(sid). Die ersten zaghaften Gesänge der Fans waren kaum verhallt, da übertönte die neue DFL-Chefin den kollektiven Jubel über die Zuschauer-Rückkehr mit gewagten Zukunftsthesen. »Es gibt für mich keine heiligen Kühe«, kündigte Donata Hopfen hinsichtlich der Entwicklung des Profifußballs an und brachte äußerst umstrittene Themen wie Playoffs oder den Supercup im Ausland auf die Agenda.

»Wenn uns Playoffs helfen, dann reden wir über Playoffs«, sagte Hopfen in der »Bild am Sonntag« hinsichtlich der Langeweile mit Serienmeister Bayern München an der Bundesligaspitze.

Und auf die Frage, ob sie wie die Spanier oder Italiener den Supercup in Saudi-Arabien austragen lassen würde, antwortete Hopfen: »Jede Maßnahme, die uns in Zukunft Geld bringen soll, muss zu uns passen. Ich finde aber, wir können in dieser Hinsicht aktuell gar nichts ausschließen.«

Dass sich die Nachfolgerin von Christian Seifert an der Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei der Zukunftsgestaltung gegen Denkverbote wehrt und vor drastischen Maßnahmen offenbar nicht zurückschreckt, birgt vor allem im Dialog mit den Fanvertretungen jede Menge Sprengstoff.

Doch nach Ansicht Hopfens muss der deutsche Profifußball angesichts der starken internationalen Konkurrenz und der heftigen finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie »aufpassen, dass wir nicht in eine Abwärtsspirale geraten«. Dass die 45-Jährige gleichzeitig »den Fan wieder mehr in den Mittelpunkt« stellen möchte, für die Regulierung der Spielergehälter plädiert und an der 50+1-Regel zum Schutz der Klubs vor unliebsamen Investoren festhalten will, zeigt das immense Spannungsverhältnis, in dem Hopfen agieren muss.

Zunächst einmal hat die DFL aber alle Hände voll damit zu tun, trotz immer weiter steigender Inzidenzen die umstrittene Rückkehr der Zuschauer in die Stadien zu verteidigen und sie sogar weiter zu forcieren. Mit den 10 000 Besuchern, die in weiten Teilen Deutschland am Wochenende erlaubt waren, will sich die Liga nicht zufrieden geben. »Es ist ein Zeichen und ein guter Anfang«, sagte Hopfen: »Trotzdem stellen wir fest, dass in England und anderen Ligen die Stadien schon wieder voll sind. Die Bundesliga sieht sich deshalb nach wie vor benachteiligt. Und das werden wir auch wirtschaftlich merken.«

Ähnlich argumentieren die Verantwortlichen der Klubs. Oliver Mintzlaff kündigte deshalb bereits weitere juristische Schritte an. »Für uns sind viele Dinge nicht mehr nachvollziehbar«, sagte der Geschäftsführer von RB Leipzig bei Sky: »Daher werden wir weiter klagen.«

Ob gewagte Aussagen wie die von Christian Heidel weiterhelfen, ist allerdings fraglich. »Wir müssen es so wie in den anderen europäischen Ländern wieder laufen lassen. Es wird sich hier und da jemand anstecken, das werden wir nicht verhindern können«, sagte der Sportvorstand des Bundesligisten FSV Mainz 05: »Die Entscheidung liegt ja bei jedem Einzelnen, ins Stadion zu gehen.«

Thomas Müller jedenfalls wünscht sich die ganz großen Emotionen zurück. »Wenn der Ball ins Tor geht, die Lichter flackern und die Leute da sind«, schwärmte der Bayern-Star nach dem Sieg (3:2) gegen RB Leipzig: »Für dieses Gefühl lohnt es sich zu ackern.«

Auch interessant