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Thiago spielt endlich groß auf

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Thiago (hier am Ball gegen Villarreals Juan Foyth) ist Liverpools Schaltzentrale. © IMAGO

(sid). Jürgen Klopp hat es immer gewusst. Schon damals, als er Thiago von Bayern München auf die Insel lotste. Jetzt ist der spanische Ballkünstler der große Trumpf auf der Quadruple-Jagd des FC Liverpool. Spielt der endlich Überragende am Dienstag nur annähernd auf Normalniveau, zaubert er Klopps Reds ins Champions-League-Finale am 28. Mai in Paris.

Neulich erst glaubte der Teammanager, er habe nicht recht gehört, als er auf die Kritik an Thiago angesprochen wurde. Oft hieß es, der 2020 gekommene verletzungsanfällige Regisseur verschleppe das Spiel. »Die Leute haben sich gefragt, ob er zu unserem Fußball passt?«, fragte Klopp und entgegnete lachend: »Gott sei Dank treffen diese Leute keine Entscheidungen.«

Thiago wirkt derzeit wie ein Tuning-Upgrade für die unaufhörlich ratternde Fußball-Maschine. Bereits im Halbfinal-Hinspiel gegen Bayern-Schreck Villarreal (2:0) war er mit seiner Spielintelligenz der entscheidende Mann. Im Rückspiel im Estadio de la Ceramica (21.00 Uhr/Prime Video) soll er das Spiel wieder ordnen. Klopp warnte jedoch vor einem verfrühten Gefühl der Sicherheit: »Kurz vor dem Klo in die Hose gemacht ist immer noch in die Hose gemacht.« Auf Thiago aber, das weiß er, ist Verlass. »Er beruhigt das Spiel in den richtigen Momenten, er hat eine sensationelle Übersicht«, lobte Klopp den 31-Jährigen zuletzt.

Als »Ballsicherheit in Person«, pries Mitspieler Joel Matip den ehemaligen Münchner im »kicker«: »Er reißt mit seinen Bewegungen Extra-Lücken und verkörpert die hohe Kunst des Fußballs. Ich weiß nicht, wie viele Augen er im Kopf hat, aber was er macht, ist schon unglaublich.«

Allerdings benötigte Thiago in Liverpool etwas Anlaufzeit. »Er hatte Pech mit Verletzungen, aber wenn er fit ist, kann er dem Spiel einen richtigen Rhythmus geben«, sagte Klopp. In der laufenden Spielzeit, als er mit Corona und einer Hüftblessur zu kämpfen hatte, wurde der Zauberfuß zum Sinnbild Liverpools wohl schlechtester Saisonphase stilisiert.

Um den Jahreswechsel kassierten die Reds ohne Thiago eine bittere 0:1-Pleite in Leicester - eingerahmt von zwei Remis. Bittere Rückschläge im Meisterrennen der Premier League, in dem Liverpool nach einer tollen Aufholjagd längst wieder voll mitmischt. Ein Punkt Rückstand ist es auf Tabellenführer Manchester City, im FA-Cup-Finale am 14. Mai ist neben dem bereits gewonnenen League Cup gegen den FC Chelsea ein weiterer Titel drin. Der Quadruple-Traum lebt - auch dank Thiago.

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