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Union mausert sich zu einem Titelanwärter

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(sid). Irgendwann musste sich Urs Fischer erklären. Der Trainer von Union Berlin zeigte wenig Emotionen, von Freude über den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals war zunächst keine Spur. Aber, weit gefehlt: »Ich freue mich schon«, versicherte Fischer nach dem 2:1 (1:1) im Viertelfinale gegen Zweitligist FC St. Pauli in seiner gewohnt nüchternen Art:

»Auch wenn ich es vielleicht noch nicht so zeige, ist innerlich eine Riesenfreude da.«

Für diese gab es schließlich Grund genug. Erstmals seit 2001 steht Union in der vorletzten Pokalrunde. Als Regionalligist waren die Köpenicker damals sensationell sogar bis ins Endspiel vorgestoßen, verloren dieses gegen Schalke 04 (0:2). 21 Jahre später sind die Vorzeichen andere. Als etablierter Bundesligist ist Union nun einer der heißesten Anwärter auf den Titelgewinn.

Schon der Einzug ins Halbfinale sei aber »auf jeden Fall etwas Besonderes«, sagte Kapitän Christopher Trimmel. Und er ist zugleich ein weiterer Beleg für die kontinuierliche Entwicklung des Vereins, der in der Hauptstadt den Rivalen Hertha BSC sportlich längst abgehängt hat. Eine Finalteilnahme am 21. Mai im Olympiastadion würde diesen Status weiter verfestigen.

Die Mannschaft belegte auf dem Rasen, dass das kurzzeitige Zwischentief vorerst beendet ist. Die prominenten Winter-Abgänge Marvin Friedrich (Borussia Mönchengladbach) und Max Kruse (VfL Wolfsburg) werden immer besser kompensiert. »Uns ist schon ein bisschen Qualität verloren gegangen«, sagte Trimmel, aber »es ist eine Chance für die anderen Spieler, die nehmen das gerne an.«

Angesprochen fühlen durfte sich etwa Andreas Voglsammer, der im Duell mit Kruse oft das Nachsehen hatte. Der Angreifer mausert sich zum Berliner Pokalhelden. Nach seinem »Tor des Monats« im Achtelfinale bei Hertha BSC erzielte der 30-Jährige gegen St. Pauli zehn Minuten nach seiner Einwechslung den Siegtreffer (75.). Zuvor hatte Sheraldo Becker (45.) die Führung von Daniel-Kofi Kyereh (21.) ausgeglichen.

Fischer lobte seine Mannschaft - und glaubte an einen ähnlich sachlichen Umgang seiner Spieler mit dem Erfolg. »Ich bin mir sicher, sie werden jetzt nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Ich glaube, dass sie es sehr gut und richtig einschätzen werden«, sagte der Schweizer.

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