»Weltoffenes Deutschland«

(sid). DOSB-Präsident Thomas Weikert spricht sich weiter für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2036 aus - 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von Berlin. »Ich glaube, dass man mit 2036, indem man an 1936 erinnert, darstellen kann, wie sich Deutschland gewandelt hat und dass wir ein weltoffenes Deutschland haben«, sagte Weikert der »Süddeutschen Zeitung«.

»Man wird sich mit 1936 ohnehin beschäftigen müssen, egal wo Olympische Spiele stattfinden werden. Von daher ist es aus meiner Sicht eine gute Gelegenheit, Werbung für Deutschland zu machen und das offensiv anzugehen.«

Weikert (60) war Anfang Dezember als Nachfolger des umstrittenen Alfons Hörmann an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes gewählt worden. Eine Olympiabewerbung steht neben den unmittelbaren Herausforderungen wie dem Mitgliederschwund in der Pandemie und dem Auftreten der deutschen Mannschaft bei den heftig kritisierten Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) auf Weikerts Agenda.

»Wir brauchen eine Einheit zwischen Bevölkerung, Geldgeber und Sport, dann sind wir in der Lage, eine Bewerbung abzugeben«, sagte er: »Wenn das schon für 2030 der Fall ist, dann ist das gut. Es kann aber auch sein, dass es ein bisschen länger dauert und wir uns später bewerben.«

Die letzten geplanten Olympia-Kandidaturen für München 2022 und Hamburg 2024 waren jeweils an einem Bürgervotum gescheitert. Auch die Initiative Ruhr 2032 kam nicht einmal in den offiziellen Bewerbungsprozess, das Internationale Olympische Komitee (IOC) legte sich frühzeitig auf Brisbane fest. Im Anschluss an die Entscheidung entbrannte eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem DOSB und dem IOC sowie zwischen dem DOSB und der Privatinitiative um Manager Michael Mronz.

Unterdessen gab Ägypten bekannt, 2036 als erstes afrikanisches Land Olympische Spiele ausrichten zu wollen. Sportminister Ashraf Sobhy stellte entsprechende Pläne im TV-Sender Sky News Arabia vor.

Spiele in Afrika?

Ägypten arbeite derzeit an ersten »Unterlagen, die bald beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht werden sollen«, sagte Sobhy. IOC-Präsident Thomas Bach hatte zuletzt immer wieder seinem Wunsch nach einer Bewerbung aus Afrika Ausdruck verliehen. Der Kontinent ist der einzige bewohnte, der noch keine Spiele ausgerichtet hat.

In der neuen Hauptstadt Ägyptens, die seit 2015 rund 50 Kilometer östlich von Kairo entsteht, wird derzeit ein Multi-Millionen-Dollar-Projekt mit Namen »International Olympic City« gebaut. Geplant sind dort unter anderem ein Stadion für 90 000 Zuschauer, eine olympische Schwimmhalle, Tennisplätze und weitere Sportstätten.

Neben Ägypten gibt es auch in Russland, Spanien, der Türkei und der Ukraine Interesse an der Austragung der Spiele 2036. Auch in Deutschland gibt es Pläne, nach der gescheiterten Bewerbung für 2032 einen neuen Versuch zu wagen.

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