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»Werden Herberger nicht vergessen«

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Alt-Bundestrainer Sepp Herberger 1977 in seinem Haus in Weinheim. © IMAGO

(sid). Es ist schon ein paar Jahre her, als Sepp Herberger das bisher letzte Mal für Schlagzeilen gesorgt hat. Im November 2016 verlor der »Chef« den Titel des DFB-Rekordtrainers an Joachim Löw. Der damalige Bundestrainer feierte beim 8:0 (3:0) in San Marino seinen 95. Sieg an der Seitenlinie - einen mehr als Herberger. Am Legendenstatus des gebürtigen Mannheimers, der am 28.

März 125 Jahre alt geworden wäre, änderte der Verlust der Bestmarke natürlich nichts.

Schließlich ist der Name Herberger untrennbar mit der größten Sensation in der deutschen Fußball-Geschichte verbunden. Er trainierte die Elf um ihren ebenso legendären Kapitän Fritz Walter, die am 4. Juli 1954 das »Wunder von Bern« vollbrachte - das 3:2 im WM-Finale gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn. Für viele Historiker war dieser Erfolg nicht mehr und nicht weniger als die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik.

»Wir alle im DFB stehen in der Tradition des Chefs und seiner Mannschaft«, sagte Präsident Bernd Neuendorf, der am Samstag an der Spitze einer DFB-Delegation das Grab Herbergers in Weinheim besuchte: »Wir werden Sepp Herberger nicht vergessen und sind ihm alle zu größtem Dank verpflichtet.«

Die TV-Bilder in schwarz-weiß vom Finale und die Radioreportage von Herbert Zimmermann gehören längst zur modernen Geschichte. Dazu zählen auch die Bilder von Herberger, als er im Regenmantel den Rasen prüft und sich über das Fritz-Walter-Wetter freut. Und als der damals 57 Jahre alte Coach nach seinem 100. Spiel als Bundestrainer mit dem Coupe Jules Rimet im Arm von seinen Schützlingen auf Händen getragen wird.

Es waren diese Bilder, die Herberger schon vor seinem Tod am 28. April 1977 im Alter von 80 Jahren zu einer Ikone machten. Dazu kamen der Mythos um den »Geist von Spiez« und seine berühmten Weisheiten - die mit der Zeit zu geflügelten Worten der deutschen Sprache wurden: »Der Ball ist rund«, »der nächste Gegner ist immer der schwerste«, »nach dem Spiel ist vor dem Spiel« und »das Spiel dauert 90 Minuten«.

In Herbergers offizieller Amtszeit vom 13. September 1936 bis zum 7. Juni 1964 bestritt die DFB-Auswahl 167 Länderspiele - davon gewann sie 94 und verlor 46 (27 Unentschieden). Als Aktiver spielte Herberger erst für Waldhof Mannheim, dann für den VfR Mannheim, und schließlich für Tennis Borussia Berlin. Dreimal stand er selbst in der Nationalmannschaft und erzielte dabei zwei Tore.

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