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Wie zu spät zur Schule kommen

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Endlich kann auch Sebastian Vettel in die Formel-1-Saison starten. Die Streckenbesichtigung nutzt er auch zu einem Plausch mit seinem Landsmann Mick Schumacher (l.). © IMAGO

Sebastian Vettel und Mick Schumacher kehren nach ihren Zwangspausen ins Formel-1-Cockpit zurück. Beim Großen Preis von Australien dürfte ein neues Kräfteverhältnis der Deutschen erstmals im direkten Duell deutlich werden.

Sebastian Vettel legte seinen Arm freundschaftlich um die Schulter von Mick Schumacher, die Freude über das Wiedersehen mit seinem deutschen Formel-1-Kollegen stand dem Rückkehrer ins Gesicht geschrieben. Vor drei Wochen hatte eine Corona-Infektion Vettel ausgebremst. Die ersten zwei Rennen der neuen Saison fanden ohne den viermaligen Weltmeister statt.

Am Mittwoch war der Aston-Martin-Pilot beim Trackwalk vor dem Großen Preis von Australien (Sonntag, 7 Uhr MESZ/Sky) endlich zurück im Kreis der Kollegen. »Es fühlt sich ein bisschen so an, als komme man zu spät zur Schule«, sagte Vettel nach dem Gang durch den Albert Park von Melbourne, »ich kann es kaum erwarten, wieder loszulegen.«

Zu bereden gab es mit den Fahrern der 2022er-Klasse einiges, nicht zuletzt Schumacher schenkte Vettel sein Ohr. Vom Besuch einer Krokodil-Fütterung durch den Sohn des legendären »Crocodile Hunter« Steve Irwin konnte Schumacher berichten, ebenso von seinem schweren Qualifying-Unfall, der ihn seinerseits die Teilnahme am Großen Preis von Saudi-Arabien gekostet hatte. »Ich bin froh, dass Seb wieder dabei ist«, sagte Schumacher.

Womöglich hatte Schumacher für seinen Mentor auch den ein oder anderen Tipp parat. Routine im Umgang mit den im Vergleich zum Vorjahr stark veränderten Boliden hat Vettel schließlich noch weniger. »Ich habe fast einen Monat nicht im Auto gesessen«, sagte der 34-Jährige, der zuletzt zumindest im Simulator trainieren konnte: »Es wird wichtig sein, Erfahrungen im Training zu sammeln. Ich hoffe, dass wir uns verbessern können.«

Verbesserungen beim britischen Traditionsrennstall sind zwingend nötig - in Down Under aber nicht wirklich zu erwarten. Die ersten beiden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien, in denen Vettel von Nico Hülkenberg ersetzt wurde, liefen alles andere als gut für das ambitionierte Team des Milliardärs Lawrence Stroll.

Weder Hülkenberg noch Vettels Teamkollege Lance Stroll konnten bisher einen Punkt einfahren, ohne Zähler ist wie Aston Martin bisher nur der Williams-Rennstall.

Ohne Zähler in seiner Formel-1-Karriere ist auch Schumacher. Noch. Haas, das Hinterbänklerteam der Vorsaison, hat ein wettbewerbsfähig Auto gebaut. Im 125. Formel-1-Rennen des Rennstalls soll es auch Schumacher in Punkte bewegen. »Wir sind schnell genug, um in die Top Ten zu fahren, und das wollen wir auch weiterhin machen«, sagte Teamchef Günther Steiner. Schumacher schwärmte vor seinem ersten Rennen in Australien von einem Auto, »mit dem man kämpfen kann. Es ist großartig«.

Schumacher hat Vettel damit etwas voraus. Der Ex-Weltmeister auf der Suche nach der Balance, der Youngster auf der Jagd nach Punkten - in Australien dürfte die neue Wirklichkeit der deutschen Formel-1-Stars erstmals im direkten Duell deutlich werden.

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