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WM-Ticket fast gebucht

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Paul Drux passt den Ball weiter, während Faröer-Akteur Kjartan Johansen (l.) den deutschen Rückraumspieler umklammert. © DPA

Gegen die Färöer liefern die deutschen Handballer keinen souveränen Auftritt ab. Trotzdem setzt sich die DHB-Auswahl im Playoff-Hinspiel gegen den Außenseiter klar durch. Dass das WM-Ticket nun ganz nah ist, liegt zu großen Teilen auch an einem Spieler.

Die deutschen Handballer haben auch dank ihres überragenden Torhüters Andreas Wolff die Grundlage für das angepeilte WM-Ticket gelegt. Im ersten von zwei Playoff-Spielen gegen die international höchstens drittklassigen Färöer setzte sich die DHB-Auswahl am Mittwochabend mit 34:26 (17:11) durch. Bei der Rückkehr von Bundestrainer Alfred Gislason nach Kiel war Rechtsaußen Lukas Zerbe vom TBV Lemgo mit sechs Treffern bester Werfer. Die überzeugendste Leistung zeigte jedoch Wolff, der zahlreiche Fehler seiner Vorderleute mit starken Paraden kompensierte. Das Rückspiel findet am Samstag (20.00 Uhr) in Torshavn statt.

Einen souveränen Auftritt bot die DHB-Auswahl den 5121 Zuschauern im hohen Norden nicht. Elf Jahre hatte Gislason hier den THW Kiel zu etlichen Erfolgen geführt, von großen Titeln scheint er mit der DHB-Auswahl dagegen noch weit entfernt. Immer wieder leistete sich der Favorit technische Patzer in der Offensive. In einer Auszeit monierte der Isländer früh, »dass wir einige Fehler machen«. Viel besser wurde es aber auch im Anschluss nicht. »Das Ergebnis ist nicht schlecht. Wir haben in der Abwehr nicht immer den Zugriff bekommen. Insgesamt können wir darauf aber aufbauen«, sagte Gislason vor den Sport1-Kameras.

Die eigenen Ballverluste luden den Außenseiter immer wieder zu schnellen Gegenstößen ein. Dass die Färöer das Spiel in der ersten Halbzeit nicht enger gestalteten, lag vor allem an Wolff. Anders als einige seiner Teamkollegen war der Ex-Keeper des THW Kiel von Beginn an hellwach und glänzte mit einigen Paraden. Auch im zweiten Durchgang feierten die Zuschauer den Profi des polnischen Clubs Vive Kielce teilweise mit Ovationen.

Unterstützung von der Abwehr vor ihm bekam der 31-Jährige aber zunächst nicht. Und genau aus diesen zwei Gründen tat sich Gislasons Mannschaft schwer: eine zu hohe Fehlerquote und zu große Lücken in der Defensive. Dass die Führung zur Halbzeit dennoch relativ komfortabel ausfiel, lag vor allem daran, dass die Kräfte bei den Gästen mit laufender Spieldauer immer mehr nachließen.

»Eine Sechs-Tore-Führung zur Halbzeit ist sicherlich etwas, was wir vorher unterschrieben hätten«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Halbzeit bei Sport1. Aber: »Nicht gut war unsere Abwehrleistung, da können wir dankbar sein, dass Andreas Wolff so überragend gehalten hat.«

Einen souveränen Spielrhythmus fand die deutsche Mannschaft auch nach der Pause nicht. Einige Wackelkandidaten konnten sich nicht für die WM empfehlen, auch das Abwehrzentrum um Kapitän Johannes Golla und Simon Ernst präsentierte sich alles andere als turnierreif. Pluspunkte sammelte dagegen auf der Spielmacherposition Luca Witzke. Der 23 Jahre alte Leipziger glänzte nicht nur als präziser Vorlagengeber, sondern strahlte auch immer wieder Torgefahr aus. Klar ist allerdings: Für größere Ziele muss sich die DHB-Auswahl noch steigern.

Tore / Deutschland: Häfner (5), Schiller (5/5), Witzke (5), Zerbe (5), Kühn (4), Golla (2), Knorr (2), Drux (1), Ernst (1), Kohlbacher (1), Köster (1), M’bengue (1), Mertens (1).

Faröer: Ellefsen (5/2), Hoydal (4), West (4), Johansen (3), Mikkelsen (2), Mortensen (2), Nielsen (2), Gunnarsson (1), Krough (1), Mittun (1), Poulsen (1)

Steno / SR: D. Loncar/Z. Loncar (Kroatien). - Zuschauer: 5121. - Strafen: 14:14 Minuten.

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