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Zeit wird knapp

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Novak Djokovic will seinen zehnten Titel in Melbourne holen, doch die Australier sind über die Ausnahmegenehmigung für den Serben erzürnt. © AFP

Eine Woche vor dem Start der Handball-EM sorgt Corona für reichlich Wirbel. Das deutsche Team könnte Nutznießer der Turbulenzen werden - und freut sich auf die Turnier-Generalprobe gegen Olympiasieger Frankreich.

(dpa). Das Spiel der aktuell nicht spielfähigen Iserlohn Roosters am Freitag gegen die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey Liga ist abgesagt worden. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Das teilten die Roosters am Mittwoch mit. Am Dienstag hatten sie einen erneuten Corona-Ausbruch öffentlich gemacht, demnach seien im Umfeld der Sauerländer 25 Fälle diagnostiziert.

Auch das Spiel des EHC Red Bull München am Freitag gegen Straubing wird verschoben, eine offizielle Entscheidung erfolgte am Abend. Auch bei den Münchner sind aktuell wieder mehrere Spieler infiziert.

Die DEL hofft, dass die aktuell geltenden Quarantäne-Zeiten für Kontaktpersonen von Infizierten reduziert werden. Sollte dies nicht geschehen, könnten auch Nachholspiele während der eigentlich geplanten Olympia-Pause im Februar zum Thema werden. Aktuell gebe es aber noch genügend Ausweichtermine, hieß es am Mittwoch auf Anfrage.

Die erneuten Corona-Ausbrüche beschäftigen indes auch Bundestrainer Toni Söderholm zunehmend. Bis zum 21. Januar muss dem Deutschen Olympischen Sportbund die finale Kaderliste für die Winterspiele in Peking benannt werden. Da die DEL bis Ende Januar immer mehr Nachholspiele zu absolvieren hat, ist eine mehrtägige Isolation der Olympia-Teilnehmer vor dem Abflug nach Peking am 2. Februar nahezu utopisch. Söderholm dürfte bis kurz vor Fristende damit warten, den Olympia-Kader zu benennen und auch die Spieler zu informieren.

Eine Weigerung der DEL-Clubs, Spieler für Olympia abzustellen - so wie durch die nordamerikanische Profiliga NHL geschehen - ist aber kein Thema und wäre auch wegen des Kooperationsvertrages mit dem Deutschen Eishockey-Bund nicht möglich.

(sid). Die Hängepartie Down Under nahm kein Ende. Auch als in Australien schon der Morgen graute, saß Serbiens Tennisstar Novak Djokovic mit dem falschen Visum immer noch am Flughafen von Melbourne fest - angeblich isoliert und ohne Erlaubnis, sein Handy zu benutzen. »Nicht gerade der gewöhnlichste Trip«, schrieb sein sichtlich müder Trainer Goran Ivanisevic bei Instagram aus dem Wartebereich. Eine Abweisung erschien am Mittwochabend deutscher Zeit wahrscheinlicher als die Weiterreise zu den Australian Open.

Bevor Djokovic überhaupt einen Fuß auf den fünften Kontinent gesetzt hatte, war dem neuen »Bösewicht« blanke Wut entgegengeschlagen. »Kranke Heuchelei«, eine »schallende Ohrfeige« und eine »Beleidigung für jeden Australier« - der mediale Aufschrei über die Ausnahmegenehmigung gewaltig.

Wie die Zeitung The Age berichtete, versuchte Djokovic mit einem Visum einzureisen, das keine medizinischen Ausnahmen für ungeimpfte Personen zulässt. Doch mit genau einer solchen medizinischen Ausnahmegenehmigung will der Titelverteidiger beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres (ab 17. Januar) auf Rekordjagd gehen. Und da die Regierung des Bundesstaates Victoria Unterstützung zur schnelleren Klärung des Problems ablehnte, wie Sportministerin Jaala Pulford auf Twitter klarstellte, verzögerte sich Djokovics Einreise. Serbischen Medienberichten zufolge wurde er in einem Raum isoliert und durfte sein Handy nicht nutzen.

Der Start der ganz offensichtlich ungeimpften Nummer eins der Welt bei den Australian Open ist Down Under längst zu einem Politikum auf allerhöchster Ebene angewachsen. Sogar Australiens Ministerpräsident Scott Morrison ließ öffentlich Zweifel an der Grundlage für die medizinische Ausnahmegenehmigung durchblicken. »Wenn diese Beweise nicht ausreichen, dann wird er nicht anders behandelt als alle anderen und sitzt im nächsten Flugzeug nach Hause«, sagte der Regierungschef auf einer PK.

Damit sprach er seinen Landsleuten, die während der Corona-Pandemie durch zahlreiche strikte Lockdowns und strenge Einreiseregelungen selbst für Einheimische immense Entbehrungen hinnehmen mussten, aus der Seele. »Für Novak Djokovic sollte es überhaupt keine Sonderregelungen geben. Überhaupt keine«, sagte Morrison - und brachte damit auch Craig Tiley, Turnierdirektor der Australian Open, in Erklärungsnot.

»Niemand wurde besonders begünstigt, es gab keine Sonderbehandlung für Novak«, verteidigte sich Tiley und wusch seine Hände in Unschuld. Schließlich hätten zwei vom Bundesstaat Victoria und Tennis Australia unabhängige medizinische Expertengremien in Unkenntnis von Namen dem Weltranglistenersten die Sondergenehmigung für den Start bei den Australian Open erteilt. Ohne Ausnahmeerlaubnis dürfen dort nur vollständig geimpfte Profis aufschlagen.

Und doch forderte der Turnierboss - auch gezwungen durch den großen öffentlichen Aufschrei - Djokovic dazu auf, die Hintergründe offenzulegen. »Es wäre sehr hilfreich, wenn Novak erklären würde, auf welcher Grundlage er die Ausnahmegenehmigung beantragt und erhalten hat«, sagte Tiley. Die Kriterien für eine solche Sondererlaubnis sind streng, sodass eigentlich nur schwer kranke Menschen von der Impfpflicht ausgenommen werden - etwa wegen Herzproblemen oder gravierenden Operationen in jüngster Vergangenheit. Auch eine Corona-Infektion in den vergangenen sechs Monaten berechtigt zu einer medizinischen Ausnahmegenehmigung.

Das Unverständnis in der australischen Bevölkerung über die Ausnahme für den besten Tennisspieler der Welt ist schon jetzt riesig. »Regeln sind Regeln - es sei denn, man ist reich und berühmt wie Djokovic«, schrieb The Age.

Etliche Infektionen, abgesetzte Testspiele, ungeklärte Quarantänefragen: Eine Woche vor dem EM-Start wirft Corona einen dunklen Schatten auf den Saisonhöhepunkt der Handballer. Aus deutscher Sicht ist zumindest die Turnier-Generalprobe doch noch gesichert.

»Dass das Turnier in Gefahr gerät, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen - will es aber angesichts des sehr dynamischen Pandemiegeschehens auch nicht gänzlich ausschließen«, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer am Mittwoch: »Es wird enorm spannend sein, was an Ergebnissen in den nächsten Tagen bis zum Start noch aufpoppen wird.«

Etliche Fälle bei der Konkurrenz haben auch das deutsche Team in Alarmbereitschaft versetzt, zumal Länderspielgegner Serbien für die beiden vereinbarten Tests am kommenden Wochenende coronabedingt absagen musste. Am Mittwoch präsentierte der Deutsche Handball-Bund (DHB) mit der Schweiz in Mannheim (Freitag/16.00 Uhr/live ARD) und Olympiasieger Frankreich in Wetzlar (Sonntag/19.05 Uhr/live Sport1) allerdings hochkarätigen Ersatz. Torwart Till Klimpke von der HSG Wetzlar kommt dabei in den Genuss eines Heimspiels.

»Diese beiden Länderspiele gegen die Schweiz und Frankreich sind für uns sehr wertvoll«, sagte Bundestrainer Alfred Gislason: »Wir brauchen den Wettkampf, um unser junges Team weiterzuentwickeln.« Nach der Absage Serbiens fand der DHB binnen 24 Stunden Ersatz - und profitierte dabei von kurzfristigen Corona-Engpässen bei den neuen Gegnern.

So hatte die Schweiz ein EM-Vorbereitungsturnier in der Heimat wegen mehrerer Fälle bei den geplanten Gegnern Montenegro und Portugal (beide EM-Teilnehmer) kurzfristig abblasen müssen, die Franzosen standen nach positiven Testergebnissen bei Ägypten plötzlich ohne Kontrahenten da.

Corona ist kurz vor dem EM-Start im Handball das beherrschende Thema. Mit den Franzosen (unter anderem Nikola Karabatic), den Dänen (Torhüter Jannick Green) und den Kroaten (u.a. Superstar Domagoj Duvnjak) meldeten zuletzt auch die Turnierfavoriten reihenweise Infektionen ihrer Stars.

»So viele Fälle vor einem Turnier haben wir sicherlich noch nie so gehabt, das ist schon Wahnsinn«, sagte Kromer. Der Verbandssportchef, im deutschen Trainingscamp in Großwallstadt momentan so etwas wie der Gesundheitsminister, klopft angesichts der vielen Corona-Schlagzeilen »dreimal auf Holz, dass wir bislang so gut durchgekommen sind. Ich will aber auch nicht ausschließen, dass neben der akribischen Befolgung unserer Hygienerichtlinien auch der Faktor Glück uns bisher geholfen hat.«

In der Szene wird längst gemutmaßt, dass am Ende womöglich derjenige um die Medaillen spielt, der am wenigsten Coronafälle zu beklagen hat. »Mit Sicherheit wird die Coronalage für den Turnierverlauf relevant sein«, so Kromer. Noch sei auch aufgrund der unterschiedlichen Quarantänezeiten in den verschiedenen Ländern schließlich nicht klar, mit welchem Kader die Teams in der Slowakei und in Ungarn auflaufen werden. »Diese Qualität wird am Ende eine große Rolle spielen«, sagt Kromer, der sich inzwischen selbst den Karl Lauterbach des DHB nennt. Und so könnte der ganze Coronatrubel die sportlichen Erfolgschancen der neu formierten DHB-Auswahl am Ende sogar erhöhen - auch wenn dies im deutschen Team natürlich nie jemand so formulieren würde. »Wenn wir das Thema weiter von unserem Team fernhalten können«, sagt Kromer und frohlockt, »dann gleicht das die ein oder andere Absage, die wir aus anderen Gründen hatten, sicherlich zu einem Teil aus.«

(sid). Nasser Al-Attiyah aus Katar hat bei der Rallye Dakar seine Gesamtführung mit einem weiteren Etappensieg ausgebaut. Der Toyota-Pilot kam auf dem vierten Teilstück über 464 km von Qaisumah nach Riad in 3:54:40 Stunden eigentlich nur mit der zweitschnellsten Zeit ins Ziel, sein um 14 Sekunden schnellerer Markenkollege Yazeed Al Rajhi (Saudi-Arabien) erhielt allerdings nachträglich eine zweiminütige Zeitstrafe und fiel auf Rang fünf zurück.

Al-Attiyahs ärgster Verfolger Sebastien Loeb (Frankreich) landete auch in der Tageswertung mit einem Rückstand von 25 Sekunden auf Platz zwei. In der Gesamtwertung trennen das Spitzenduo nun 38:05 Minuten. Carlos Sainz (Spanien) fuhr am Mittwoch einen Tag nach dem ersten Etappensieg für Audi mit einem Rückstand von 52 Sekunden auf Rang drei.

Die Rallye Dakar führt bis zum 14. Januar über mehr als 8000 Kilometer durch den Sand und die Dünen Saudi-Arabiens.

(sid). Wetterkapriolen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb haben am Mittwoch für eine Absage des dortigen Weltcup-Slaloms der Männer gesorgt. Auch die Möglichkeit einer späteren Austragung am Abend wurde nach eingehender Prüfung verworfen. Das Rennen soll am heutigen Donnerstag (13.00/16.10 Uhr) nachgeholt werden. Nachdem die Jury den Start zunächst um 15 Minuten verschoben hatte, teilte sie dann aufgrund der »extremen Wetterverhältnisse« die Absage mit. Bei einer Inspektion der Piste am »Bärenberg« hatte sich herausgestellt, dass diese kein reguläres Rennen ermöglichen würde.

Am Dienstag hatten an gleicher Stelle die Frauen ihren ersten Slalom in diesem Jahr ausgetragen. Bei widrigsten Bedingungen gewann die Slowakin Petra Vlhova.

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Lukas Zerbe (v. l.), DHB-Trainer Alfred Gislason, Tim-Oliver Kalle (Leiter Kommunikation), Johannes Golla und DHB Vorstand Axel Kromer stehen Rede und Antwort beim »Media Day«. © IMAGO

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