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Zverev nervenstark

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Perfekt: Alexander Zverev und seine Davis-Cup-Teammitglieder freuen sich über den Quali-Sieg in Brasilien. © AFP

(sid). Die Stimmung war gelöst in einem portugiesischen Restaurant in Rio de Janeiro: Nachdem Olympiasieger Alexander Zverev seine Klasse ausgespielt und das Ticket für die Gruppenphase perfekt gemacht hatte, ließ die deutsche Davis-Cup-Mannschaft den Samstagabend in der Metropole am Zuckerhut entspannt ausklingen. Die Pflicht war mit dem 3:1-Erfolg beim Gastgeber Brasilien erledigt, der erste Ärger über ein grenzwertiges Verhalten des heißblütigen Publikums verraucht und die Hoffnung auf ein Heimspiel deutlich gewachsen.

»Wir können alle sehr glücklich sein«, sagte Zverev, der nach seiner Disqualifikation in Acapulco schwierige Tage durchgemacht hatte und nun mit zwei Einzelsiegen überzeugte: »Für mich persönlich war es wahrscheinlich die schönste Woche in diesem Jahr auf dem Platz. Das Team kann sehr stark sein.«

Die Empörung über die leidenschaftlichen Fans im Olympiapark hakte der 24 Jahre alte Hamburger schnell ab. »Wenn es gegen Familienmitglieder geht oder jemanden, den du liebst, ist die Grenze des Respekts überschritten«, sagte der 24-Jährige, der nun darauf hofft, dass sein »großer Traum«, mit dem Team »auch mal wieder in Deutschland zu spielen«, erfüllt wird.

»Wenn wir es dieses Jahr hinkriegen würden, die Gruppenphase nach Deutschland zu bekommen, wäre das für alle Spieler und das ganze Betreuerteam ein Riesenhighlight«, sagte auch der zufriedene Teamkapitän Michael Kohlmann.

Ende des vergangenen Jahres hatte der Deutsche Tennis Bund (DTB) sein generelles Interesse an der Ausrichtung einer der vier Gruppen vom 14. bis 18. September bekundet, in der die Viertelfinalisten für die K.-o.-Phase im November ermittelt werden. Kohlmann sprach nun von einer »kleinen Chance«, entschieden ist noch nichts.

2019 hatte Zverev in Frankfurt am Main zuletzt im Davis Cup zu Hause gespielt - bevor er einen Bogen um den Wettbewerb machte.

Jetzt war er mit seinen beiden Erfolgen am Samstag gegen Thiago Monteiro (6:1, 7:5) und am Freitag gegen Thiago Seyboth Wild (6:4, 6:2) der entscheidende Punktelieferant für die Halbfinalisten des Vorjahrs. Nachdem Jan-Lennard Struff den Ausgleich gegen Monteiro (3:6, 6:1, 3:6) hingenommen hatte, brachten die weiter im Davis Cup ungeschlagenen Doppel-Experten Kevin Krawietz (acht Siege) und Tim Pütz (neun Siege) das DTB-Team mit einem 4:6, 7:6 (7:4), 6:4 wieder auf Kurs Auswärtssieg auf schwierigem Boden und vor einem lautstarken Publikum. Zverev veredelte dann.

»Alexander hat sich hier stark präsentiert und in beiden Einzeln gezeigt, wie wichtig er für unser Team ist«, sagte Kohlmann, bevor sich die Mannschaft am Sonntag wieder verstreute. Für Zverev, der sich am 23. Februar seinen vieldiskutierten Ausraster in Mexiko geleistet hatte, war es ein Schritt nach vorne vor den prestigeträchtigen Masters-Events in Indian Wells ab dem 10. März und anschließend in Miami.

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