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Zweimal Bronze

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Elisabeth Seitz holt sich am Stufenbarren bei der EM in der Türkei die Bronzemedaille. © AFP

(sid). Der »Doppelwumms« aus Bronze ließ Rekordmeisterin Elisabeth Seitz und EM-Debütant Milan Hosseini strahlen, sorgenfrei aber kehrten die deutschen Riegen keineswegs von den Kunstturn-Europameisterschaften aus Antalya zurück.

»Besonders der neunte Platz bei den Frauen ist nicht unser Anspruch. Da gibt es noch viel zu tun«, sagte Thomas Gutekunst, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Nur acht Monate nach dem berauschenden Turnfest in München mit EM-Bronze im Mannschaftswettbewerb war nur auf Team-Kapitänin Seitz wieder einmal Verlass.

Die 29 Jahre alte Stuttgarterin konnte zwar ihren letztjährigen goldenen EM-Triumph nicht wiederholen, aber mit Rang drei in der Antalya Sports Hall sehr gut leben: »Die Turnerinnen vor mir waren einen Tick besser. Aber ich habe es mir irgendwie wieder bestätigt, dass ich es immer noch am Stufenbarren draufhabe.« Und doch ist Frauen-Cheftrainer Gerben Wiersma heilfroh, dass sich seine mit Abstand routinierteste Athletin entschlossen hat, bei den für die Olympia-Qualifikation entscheidenden Welttitelkämpfen im Oktober in Antwerpen wieder einen Mehrkampf zu turnen, um mehr Punkte in die Teamwertung einbringen zu können.

»Olympia ist eine große Herausforderung für die Mannschaft. Wir haben viel Arbeit, aber ich sehe genug Potenzial«, erklärte der Niederländer. Dennoch: Die langjährige Top-Allrounderin Kim Bui wurde an der türkischen Riviera ebenso schmerzlich vermisst wie auch Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz, die aber nach Problemen an der Halswirbelsäule schon wieder im Training ist.

Das gilt auch für den Olympia-Zweiten Lukas Dauser, doch dessen Ausfall (Schulterverletzung) konnte die deutsche Männerriege weit besser kompensieren. Rang fünf war sogar eine Steigerung gegenüber dem siebten Platz bei der Heim-EM 2022. Und sogar im Mehrkampf wurde Dauser, Vize-Weltmeister am Barren, vom EM-Debütanten Pascal Brendel (Wetzlar) aus Wehrheim als Achter prächtig vertreten.

Längst nicht sicher ist im übrigen, ob Überraschungsturner Hosseini in Antwerpen Teil der deutschen Mannschaft sein wird. Der Bodenspezialist war bereits in Antalya nur als Einzelturner an den Geräten, ein stabiler Mehrkämpfer, der dem Team weiterhelfen kann, ist der 21 Jahre alte Sportsoldat aus Böckingen noch nicht.

»Aber ich freue mich natürlich sehr über seinen Erfolg. Milan ist ein Turner, der brennt«, sagte Cheftrainer Valeri Belenki. Und zumindest in Antalya konnte der Athlet mit afghanischen Wurzeln mit seinem aktuellen Status gut leben: »Letztes Jahr bei der WM in Liverpool war ich nur Ersatzmann und habe gar nicht geturnt.«

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